Die Erschaffung des Menschen

From Pasakas un teikas
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In uralten Zeiten lebte einmal ein Bettler. Oft musste er hungrig oder doch mit knurrendem Magen schlafen gehen. Einmal ging er durch den Wald und dachte dabei, wie gut es wäre, wenn man nicht essen müsste. Da erblickte er einen alten Mann vor sich auf dem Weg. Der Alte sagte: "Wenn du möchtest mein Söhnchen, ohne zu essen auskommen, dann umschreite dreimal jenen Strauch — dann wirst du nie mehr Hunger verspüren." Der Bettler gehorchte dem Alten, der Gott selbst war, und umschritt dreimal den Strauch. Dann ging er ruhig nach Hause. Zu Hause verspürte er keinen Hunger mehr. Mit der Zeit wurde er reich, aber er konnte nicht essen und verspürte auch keinen Hunger. Einmal wurde er zu seinem Nachbar eingeladen. Alle anderen Gäste aßen und tranken, aber er saß nur und schaute zu. Mit der Zeit wurde er eines solchen Lebens überdrüssig.

Einmal ging er wieder durch den Wald und dachte betrübt: wie gut wäre es, jetzt ordentlich Brot essen zu können. Kaum hatte er den Gedanken zu Ende gedacht, als er vor sich einen alten Mann erblickte. Der Alte kam auf ihn zu und fragte ihn: "Warum bist du so betrübt, mein Sohn?" "Sieh, ich möchte jetzt wieder essen können wie alle anderen Menschen." "Das ist kein Grund zum betrübt sein! — Umschreite nur dreimal den Strauch, dann wirst du gleich Hunger verspüren." Er tat es. Und sogleich verspürte er Hunger. Als er sich seinem Hof näherte, schrie er schon von weitem:

"Frau, gib mir zu essen!" Die Frau wunderte sich sehr, dass ihr Mann, der bis jetzt nichts essen wollte, auf einmal großen Hunger zu verspüren schien. Schnell bereitete sie das Mittag-Essen, der Mann aß sich satt und ging zufrieden schlafen.

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