Warum die Gerste Grannen hat

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Gott hatte den Menschen alle Getreidesorten gegeben, auch die Gerste. Aber die Gerstenkörner waren damals kahl, ohne Grannen. Der Bauer säte die Gerste aus. Die Gerste gedieh so prächtig, dass man sich an ihr nicht satt sehen konnte. Aber, sobald die Gerste begann reif zu werden, flogen Sperlinge in Scharen herbei und pickten fast alle Gerstenkörner heraus. Man konnte sie auf keine Weise verscheuchen. Der Bauer konnte nichts anderes machen als sich zu Gott zu begeben und die Sperlinge bei ihm zu verklagen. Gott sagte: "Gut! Ich will den Gerstenkörnern Speere geben, mit deren Hilfe sie sich der Sperlinge erwähren können." Der Bauer bedankte sich und ging davon. Und siehe da: Die Gerstenkörner waren nicht mehr nackt wie vorher, sondern mit langen Grannen bewaffnet, so dass die Sperlinge nicht mehr an das Korn herankommen konnten. Es wurde Herbst. Der Bauer freute sich, als er die Gerste in die Korndarre brachte. Aber er hatte sich zu früh gefreut: Die trockenen Grannen lösten sich von den Körnern und fielen ihm in die Augen. Er konnte die Qual nicht aushalten und begab sich wieder zu Gott, um ihn zu bitten, der Gerste ihre Speere wieder zu nehmen, denn sonst würde er völlig seine Augen verderben. Lieber sollten die Sperlinge die Ernte aufpicken, sein Augenlicht wolle er nicht verlieren. Aber Gott antwortete: "So wie du dir das denkst, wird es nicht werden. Ich werde deinen Augen Schutz geben." Und gleich darauf bekam der Bauer kurze Härchen — die Wimpern — an den Augenlidern. Gott ermahnte ihn noch, nun nicht mehr zu ihm mit Klagen zu kommen. Seit der Zeit haben alle Menschen Wimpern und alle Gerstenkörner Grannen.

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