Die Haustiere

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten verstand das Vieh zu sprechen. Ein Bauer hatte dreimal die Gelegenheit, ihr Gespräch zu belauschen. Zum ersten Mal belauschte er im Frühling das Gespräch zwischen der Kuh und dem Eber. Als das Vieh am Morgen aus dem Stall gelassen wurde, sprang der Borch übermütig aus seinem Verschlag und rief:

"Bauer, du Bettler, mach das Tor auf!" Als das Vieh am Abend wieder heimgetrieben wurde, sprach die Kuh: "Gehn wir heim, beeilen wir uns. Der morgige Tag wird schöner sein, das Gras höher.

Zum zweiten Mal belauschte der Bauer die Beiden im Herbst. Der Eber sprach langsam und betrübt: "Mir wird's an den Kragen gehen mir wird's an den Kragen geh'n!" Aber die Kuh fräste nur und sprach: "Fressen wir, fressen wir, wer weiß, wie der morgige Tag wird! Wer weiß, ob wir noch nach draußen kommen?"

Beim dritten Mal belauschte der Bauer ein Gespräch der Pferde. Es war im Winter. Er schlich in den Pferdestall und horchte. Ein Pferd sagte: "Hier ist jemand, der uns heimlich belauschen will!" Ein anderes Pferd meinte: "Soll er nur seine Freude ein letztes Mal noch haben. Übermorgen werden wir ihn sowieso zum Friedhof bringen!"

Und so geschah es auch. Der Bauer starb an demselben Morgen, und am dritten Tag zogen die Pferde ihn zum Friedhof.

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