Die Haustiere

From Pasakas un teikas
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Früher musste der Ochse die Arbeit des Pferdes verrichten. Das Pferd dagegen führte ein solches Leben wie der Ochse heute. Einmal weidete das Pferd am Ufer des Flusses, und der Ochse, der soeben noch, den Pflug gezogen hatte, graste in seiner Nähe. Da kam Gott herbei und wollte den Fluss überqueren. Es gab jedoch keine Brücke, und da er auch anders nicht hinüberkonnte, bat Gott das Pferd, ihn über den Fluss zu tragen. Das Pferd antwortete jedoch, dass es keine Zeit habe, es müsse fressen, deshalb werde er ihn nicht hinübertragen. Als der Ochse sah, dass das Pferd Gott nicht an das andere Ufer tragen wollte, bot er sich freiwillig an, Gott hinüberzutragen. Gott bestieg den Ochsen, und der Ochse trug ihn so behutsam über den Fluss, dass kein Tröpfchen Wasser seine Kleider benetzte. Als Gott am anderen Ufer angekommen war, sagte er: weil das Pferd sich mit Zeitmangel herausgeredet und ihn nicht über den Fluss getragen habe, werde es an Stelle des Ochsen arbeiten und der Ochse werde die Herrentage des Pferdes genießen, die dieser nicht verstanden habe sich zu erhalten. Das Pferd aber lachte nur darüber und meinte, Gott könne beschließen, was er wolle, es werde schon seine Freiheit behalten. Was solle es denn beispielsweise zur Zeit der Heumahd machen? Gott antwortete darauf: "Weil du dich so ungebührlich Gott selbst gegenüber benommen hast, wirst du nicht einmal zur Zeit der Heumahd deine Ruhe haben: du wirst unaufhörlich mit dem Kopf nicken müssen!" Da das Pferd sich mit der Notwendigkeit zu fressen sich herausgeredet hatte, bestimmten Gott: "Wenn du jetzt schon gesagt hast, dass du nicht zum Fressen kamst, so wirst du in Zukunft nimmer satt werden!" Deshalb ist es noch heute so: das Pferd mag so satt sein, wie es will, sobald man es anschirren will, versucht es, nach Futter zu schnappen. Seit der Zeit muss nun das Pferd alle schweren Arbeiten tun, der Ochse aber lebt nur und mästet sich. Seit der Zeit müssen auch alle Pferde, um sich der Fliegen und Bremsen zu erwehren, mit dem Kopf nicken, wie Gott es für die Zeit der Heumahd bestimmt hatte .

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