Die Tiere des Waldes

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Alte Leute erzählen, der Bär habe zwar die Kraft von neun Männern, aber er sei nicht besonders klug. Dennoch wird erzählt, dass der Bär vom Menschen abstamme.

Es soll auf folgende Weise geschehen sein. — Ein sehr reicher Bauer hatte einen sehr großen Bienengarten; als die Bienenstöcke jedoch voll Honig waren, kam fast jede Nacht ein Dieb und nahm den Honig heraus. Obwohl der Bauer jede Nacht den Garten bewachte, hatte es nichts geholfen, denn um die Zeit, als der Dieb erschien, wurde der Bauer vom Schlaf übermannt. Da der Bauer selbst nicht in der Lage war, seinen Bienengarten zu bewachen, begab er sich zu einem Zauberer, dessen Hilfe zu erbitten. Der Zauberer versprach, an Stelle des Bauern mit dem Dieb abzurechnen. Als der Bauer am nächsten Morgen nach seinen Bienenstöcken schauen wollte, fand er in deren Nähe merkwürdige Fußspuren eines Tieres, die fast wie die Fußspuren eines Menschen aussahen. Das waren die Fußspuren des Bären. Nach einigen Tagen wurde bekannt, dass die Bäuerin des Nachbarhofes verschwunden sei. Seit der Zeit umkreise ein merkwürdiges Tierweibchen den Bauernhof, das jedoch jedes Mal, sobald es sich zeige, von den Hunden in den Wald gejagt werde. Die verschwundene Bäuerin hatte jede Nacht — in einem nach links gewendeten Pelz gekleidet — die Nachbarhöfe heimgesucht und Honig und Milch gestohlen, bis der Zauberer sie in eine Bärin verwandelt hatte. Von dieser Bärin sind alle anderen Bären entstanden. An Klugheit besitze der Bär wenig, da er von einer Frau entstanden sei; Warum er aber die Kraft von neun ausgewachsenen Männern besitzt, das ist mir nicht bekannt.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox