Die Tiere des Waldes

From Pasakas un teikas
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Comments: Eine solche Erzählung findet man auch unter den Märchen. Vgl. Bd. X. Nr. 19. P. Š.


Es lebte einmal ein Mann, der sehr faul war. Er mochte keine Arbeit tun. Und da er nicht arbeitete, hatte er auch nichts zu essen. Hungrig lungerte er herum. Eines Abends hatte der Mann sich im Walde unter einen Baum gelegt und wollte dort übernachten. Da kam ein alter Mann auf ihn zu und riet ihm, Fallen im Walde aufzustellen. Auf diese Weise werde er vielleicht ein Tier fangen und eine Zeit lang davon leben können. Der Mann ärgerte sich erst über einen solchen Rat, aber schließlich wurde er so hungrig, dass er doch beschloss, Fallen auszulegen. Nachdem der Mann die Fallen ausgelegt hatte, kehrte er an seinen Baum zurück und legte sich schlafen. Als er am nächsten Morgen aufstand, um nach seinen Fallen zu sehen, fand er zu seiner größten Überraschung einen schmucken Hirsch in der Falle. Gleich eilte er auf seine Beute zu, um ihr die Haut abzuziehen. Er hatte bereits die Haut des Hirsches am Bauch aufgeschnitten, als das alte Männchen wieder auf ihn zukam und sagte:

"Nun sieh, hatte ich dir nicht gesagt: lege Fallen aus und flehe Gott an, er wird dir schon (zu essen) geben." Aber der Faulpelz antwortete: "Hat denn Gott mir den Hirsch gegeben? Selbst habe ich die Fallen ausgelegt, selbst habe ich den Hirsch gefangen!"

Eine solche Antwort missfiel dem Alten. Er berührte den Hirsch mit seinem Stock. Der Hirsch sprang sofort auf die Beine und verschwand in den Wald. Nun lief der Mann dem Hirsch mit ausgebreiteten Armen nach und rief: "Gott hat dich mir gegeben, Gott hat dich mir gegeben," aber der Hirsch schenkte seinem Rufen kein Gehör. Er verschwand ins Dickicht des Waldes. Da dachte der Mann: "Das werde ich aber nun nicht auf sich beruhen lassen! Dafür werde ich jetzt dem Alten das Fell gerben!" Er eilte zurück und begann nach dem Alten zu suchen, aber der war nicht mehr zu finden, gerade als wäre er in der Erde versunken. Erst jetzt begriff der Faulpelz, dass der alte Mann Gott selbst gewesen war, der ihm den Hirsch gegeben und auch wieder genommen hatte.

Da das Fell des Hirsches auf dem Bauch aufgeschnitten gewesen war, begannen von da an weiße Fellhaare an der Schnittstelle zu wachsen, und noch heute kann man an dem Bauch des Hirsches weiße Streifen sehen.

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