Die Vögel

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: Der erste Teil dieser Sage ist ein Märchen, das in Band 4 unter Nr.45 aufgenommen wurde. P. Š.


Ein Herr ging am frühen Morgen spazieren und meinte: "Wer den Morgentau fortnehmen könnte, dem würde ich meine Tochter zur Frau geben!" Und es kam einer, der den Morgentau fortzauberte und die Tochter weit, weit übers Meer brachte. Einmal wollte die Tochter ihre Heimat besuchen. Damit sie über die See kommen konnte, gab ihr der Morgentauvertreiber eine Rute und belehrte sie zu sprechen: "Vor mir eine Straße, hinter mir eine Straße!"

Auf diese Weise konnte die Tochter mit ihren zwei Kindern — einem Jungen und einem Mädchen — in ihre Heimat zurückkehren. Die Frau des Morgentauvertreibers versteckte die Rute, aber ihr Töchterchen zeigte es anderen Leuten. Die Leute holten die Rute aus dem Versteck und verlegten sie. Nun konnte die Tochter nicht mehr heimkehren. Da sagte sie zu ihren Kindern:

"Du, Töchterchen, eine junge Linde, du, Söhnchen, ein junger Eichenbaum, ich selbst der Kuckuck auf der Eiche!"

Seit der Zeit liebt der Kuckuck keine Kinder. Er brütet seine Eier nicht selbst aus, sondern legt sie in die Nester anderer Vögel. Der Kuckuck ist außerdem missgünstig: wer sein Rufen zum ersten Mal auf nüchternem Magen hört, der muss den ganzen Sommer verdösen.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox