Zvēri un putni kopējā darbā / Tiere und Vögel bei gemeinsamer Arbeit

From Pasakas un teikas
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Place of recording Ozolmuižas pagasts
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Latviski (edit) Deutsch (edit)
Vīnam muižinīkam beja daudz lūpu. Muižinīks pījēmja par gonu vīnu moziņu puiku. Itys puika beja buorinits. Jis beja tik mozs, ka ju vysi saucja: "Ganiņš kai piersta nadziņš". Puika cīši mīļuoja sovu dorbu. Aizīt jis gonūs, pajem ar sevim maizes un baroj lūpus, bet vairuok jis mīļuoja putniņus. Putniņi jau labi zynuoja mīlasirdīgū ganiņu. Kad puika atdzan lūpus, jau vysi putniņi pi juo sasalosa un dzīd jam sovas skaistuos dzīsmiņas, bet puika jūs baroj ar maizīti. Pajem rūkās bezdelīgu un pabučoj, īdūt gabaliņu maizes, pagluosta vuornu, pateirej cyuku. Vysi lūpi un putni tai mīļuoja puiku, ka nu juo nikur naguoja. Vīnu reizi puikam nabeja kad aizīt pusdīnuos, un jam atnesja pusdīnas uz teiruma. Puika tyuleņ sasaucja vysus mozūs un lelūs putniņus, un atdevja pusdīnas, bet pats veŗas uz jūs un prīcuojas. Tai jis vysod darīja. Muižinīkam puika cīši patyka, tuodēļ dzeivuoja pi juo leidz pašam vacumam. Kad ganiņš palyka vacs vecits, bet leluoks naizauga: kaids beja jauns, taids palyka vacs un vys staiguoja gonūs. Tai godi guoja. Vīnu reizi vecits, ganīdams lūpus, saslymuoja un tī pat teirumā nūmyra. Vysi putniņi un lūpiņi nūlaidja galviņas un gauži rauduoja. Ilgi nadūmuodami, putni un lūpi sadūmuoja ganiņu apglobuot, kai jīm pašim varātu jū apglobuot. Jī nūvylka ganiņu aiz vīna kolna, kur nevarēja atrast juo cylvāks. Cik nameklēja muižinīks sovu vacuo ganiņa, bet nikur juo neatroda. Putniņi sadūmuoja un nūsyutīja cyuku izrakt zam vīna smuku ūzula dūbi. Bezdelīgas sataisīja nu muola jam škierstu; dzenis — kristu, zeiļītes un cīlaviņas sataisīja vainagus. Vysi itū dorbu ar lelu prīcu izpildīja un kad jau beja vyss gotovs, sasalasīja lels kuors putniņu. Kuoru vadīja lakstīgola. Sasastodīja proceseja. Pa prīšku guoja ar kristu dzenis, pēčuok guoja putniņi, kuri dzīduoja. Vuornas nesja šķierstu, bezdelīgas nesja vainagus, iztaisītus nu pašu smukū puču. Gūvis, vucyni un cyti lūpi guoja nu pakaļas un gauži rauduoia. Vīna vuorna sāduos uz krista un suoka klīgt: "Va-karr — nūmyrra!" Pi izroktuos dūbes stuovēja cyukas ar luopstom. Kad škierstu ar ganieņu īlaidja dūbē, kotrs putniņš un lūpiņš īsvīdja pa drūpaniņai zemes uz juo škiersta. Tei beja jūs pādejuo atsavasaluošona ar sovu mīluo ganiņu.

 

Ein Gutsherr hatte viel Vieh. Der Gutsherr diente einen kleinen Jungen als Viehhüter. Der Junge war ein Waisenknabe. Er war so klein von Gestalt, dass alle Leute sagten: "So klein wie der Fingernagel!" Aber der Junge liebte seine Arbeit sehr. Er nahm sein Brot mit zur Hütung, weidete das Vieh und liebte vor allem die kleinen Vögel. Die Vögelchen kannten den Hirtenjungen mit dem liebevollen Herzchen bereits gut. Sobald der Junge seine Herde auf die Hütung getrieben hatte, versammelten sich alle kleinen Vögelein um ihn und begannen ihre schönsten Lieder zu singen, während er sie mit Brotkrümchen fütterte. Bald nahm er eine Schwalbe in die Hand, küsste sie ab und gab ihr ein Krümchen Brot, bald streichelte er eine Krähe, bald rieb er ein Schwein sauber. Alle Tiere und Vögel liebten den Jungen so sehr, dass sie sich von ihm gar nicht entfernten. Einmal konnte der Junge nicht zum Mittagessen heimgehen. Man brachte ihm das Essen zur Hütung. Da rief der Junge gleich alle großen und kleinen Vögel herbei und verteilte unter sie sein Mittagessen; selbst sah er ihnen beim Schmaus zu und freute sich. So tat er es oft. Dem Gutsbesitzer gefiel der Junge so gut, dass er ihn bei sich behielt, bis er ein alter Mann wurde. Der Hirte wurde alt, aber größer war er nicht geworden: er war so klein geblieben wie er als kleiner Junge gewesen war, größer wurde er nicht. Und er hütete noch immer das Vieh des Herrn. So vergingen die Jahre. Einmal erkrankte der Alte beim Viehhüten und verstarb auf der Hütung. Alle Vögelchen und alle Tiere ließen die Köpfe hängen und weinten bitterlich. Sie überlegten nicht lange, sondern beschlossen, ganz allein den Hirten zu bestatten. Sie brachten ihn auf einen Berg, wo kein Mensch ihn finden konnte. Der Gutsherr ließ lange nach seinem alten Hirten suchen, aber niemand konnte ihn finden. Die Vögelchen befahlen dem Schwein, unter einer schönen Eiche ein Grab zu schaufeln. Die Schwalben bauten ihm einen tönernen Sarg. Der Specht machte ein Kreuz, die Bachstelzen und die Finken flochten die Grabkränze. Alle hatten die Arbeit mit großer Freude verrichtet.

Und als alles fertig war, versammelten sich die Vögel zu einem Chor. Die Nachtigall leitete den Chor. Man stellte sich zu einer Prozession auf. Allen voran ging der Specht, der das Kreuz trug. Ihm folgten die Singvögel. Die Krähen trugen den Sarg, die Schwalben schleppten die Kränze, die man aus den schönsten Blumen geflochten hatte. Die Kühe, die Schafe und andere Haustiere folgten dem Sarg und vergossen bittere Tränen. Eine Krähe setzte sich auf das Kreuz und begann zu schreien: "Gesterrrn gestorrrben!" Neben dem frisch ausgeworfenem Grabe standen Schweine mit Schaufeln. Nachdem man den Sarg mit dem verstorbenen Hirten in die Grube hinabgelassen hatte, warf jeder Vogel und jedes Tier ein Krümchen Erde auf seinen Sarg. Auf diese Weise nahmen sie den letzten Abschied von ihrem lieben Hirten.

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