Bäume und andere Pflanzen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: Diese Sage ist auch unter die Märchen aufgenommen worden. Vgl. Nr. 221 Bd. I. P. Š.


Früher konnten die Bäume wie die Menschen reden. Aber man hatte seine liebe Not mit ihnen: wie sollte man da zu Brennholz kommen? Sobald man einen Baum fällen wollte, bat er so flehentlich um Gnade, dass sogar ein steinernes Herz erweicht werden konnte. Eine Bauernfrau gebar ein Kind, aber im Hause war es so kalt, dass das Kind glatt hätte erfrieren können. Nichts zu machen: der Mann begibt sich in den Wald, Brennholz zu beschaffen. Sollte er denn sein Kind erfrieren lassen! Der Mann tritt an einen jungen Baum und will ihn fällen.

Aber da begann der Baum ihn anzuflehen: "Nimm mich nicht, ich bin noch so jung und möchte noch etwas leben. Geh dort zu dem Älteren!" Der Mann tritt an den älteren Baum, aber auch der beginnt zu reden: "Was wirst du denn von mir haben? Ich habe ja schon eine hohle Mitte, wie viel Brennholz kannst du da aus mir gewinnen? Geh lieber an den schiefen Baum, der ja sowieso zu nichts anderem mehr taugt." Der Mann tritt an den schiefen Baum, aber auch der beginnt zu betteln "Haue mich nicht ab! Was wirst du denn von mir haben? Ich bin schief und hart. Weder wirst du mich spalten, noch auf deine Fuhre laden können. Geh lieber an den geraden Baum!" Der Mann tritt an den geraden Baum — dasselbe Lied: er möchte ihn noch nicht fällen. Dürfe er noch wachsen, so werde er gutes Nutzholz abgeben. Nun konnte der Mann nicht mehr anders — er begab sich zu Gott, um sich bei ihm zu beklagen. So und so, das Kind friert, Brennholz nicht zu beschaffen.

Seit der Zeit verbot Gott den Bäumen zu reden, und nun konnten die Menschen soviel Brennholz schlagen, wie sie nur brauchten.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox