Gott erbarmt sich der Gehorsamen

From Pasakas un teikas
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Einmal lebten ein Bauer und seine Frau. Sie hatten keine Kinder. Soviel sie auch Gott bitten mochten, er möchte ihnen auf ihre alten Tage noch ein Kind schenken, bekamen sie doch keins. Einmal wollte ein Nachbar aus demselben Dorf sich einen Scherz mit dem Bauernehepaar erlauben. Er verkleidete ein Holzscheit zu einem Kind. Als nun der Bauer und seine Frau schliefen, legte er ihnen das Holzkind aufs Bett. Als der Bauer erwachte, erblickte er das Kind, das neben ihm im Bett lag, und wurde sehr froh. Nun erwachte auch die Frau und erblickte das Kind. Da wusste sie gar nicht, was sie vor Freude machen sollte. Der Bauer sprach zu seiner Frau: "Höre, Frauchen, dieses Kind habe ich geboren. Aber es war eine schwere Geburt, noch jetzt tun mir die Hüftenknochen weh. Dieses Kind ist mir sehr teuer." Der Bauer hatte sich auf das Holzkind, dass sein Nachbar ihm ins Bett geschmuggelt hatte, gelegt, und nun taten ihm die Knochen weh.

Der Bauer und seine Prau standen am nächsten Morgen sehr früh auf und bereiteten eine Wiege für das hölzerne Kind, das sie zu wiegen begannen. Die Frau verließ nicht mehr das Haus, der Mann braute Bier und lud Gäste zur Taufe ein. Der Tag der Taufe kam heran, viele Gäste trafen auf dem Bauernhof ein. Der Bauer wählte die Paten seines Kindes aus. Der Nachbar, der ihnen den Streich gespielt hatte, wusste sehr gut, was das für ein Kind war, lachte heimlich, verriet aber mit keinem Wort, dass alles sein Werk gewesen war. Die Paten machten sich mit dem Kind auf den Weg zur Kirche. Als sie in die Kirche kamen und der Pfarrer sich anschickte, das Kind zu taufen, begann das Kind zu lachen und zu reden. Die Paten brachten das getaufte Kind wieder heim — das Kind sprach bereits und konnte umherlaufen. Der Bauer und seine Frau waren sehr froh, aber der Nachbar wunderte sich, wie es geschehen konnte, dass ein Holzstück zu einem lebendigen Menschen geworden war. Er begann zu begreifen, dass Gott selbst ihn verwandelt haben musste. Der Bub wuchs rasch heran und war bald ein Bursche im heiratsfähigen Alter. Er verrichtete alle Arbeit und ernährte den alten Bauer und seine Frau und tut es noch heute. Froh und glücklich leben sie nun auf dieser Welt.

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