Gott Bestraft die Ungehorsamen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Eine Bäuerin ermahnte im Herbst, als man zu spinnen begann, ihre Mägde, nicht den Donnerstagabend zu beachten, sondern nur weiterzuspinnen, ganz gleich, ob es sich um Flachs oder Wolle handele. Sie selbst spann auch mit den Mägden, denn sie wollte wissen, was geschehen werde. Im Frühjahr, als die Haustiere Junge bekamen, kamen diese alle — Kälber, Ferkel und alle anderen — ohne Ohren und Schwänze auf die Welt. Nun weinte die Bäuerin bitterlich und klagte darüber, dass sie keine Tiere zum Aufziehen hätte. In der Gründonnerstagnacht erschien der Bäuerin ein altes Männchen im Traum, das zu ihr sprach: "Weine nicht, Bäuerin. Es ist alles deine eigene Schuld. Du hast ja an den Donnerstagabenden die Ohren und die Schwänze der Haustiere versponnen. Hättest du wenigstens keine Wolle gesponnen, dann hätten die Tiere noch ihre Schwänze behalten, aber so hast du auch noch sie zur Wolle versponnen." Von nun an hieß die Bäuerin die Mägde an Donnerstagabenden nicht mehr zu spinnen, sie selbst spann auch nicht. Noch heute sagt man zu Leuten, die am Donnerstagabend spinnen: "Spinne nur spinne, so wirst du noch die Ohren des Viehs verspinnen!"

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox