Gott Bestraft die Ungehorsamen

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal ein sehr reicher, aber auch sehr geiziger Mann, der den Armen nie etwas gab. Seine Todesstunde kam heran, und er verstarb. Als Toter begegnete er vielen Bekannten, die ebenfalls gestorben waren, aber zu ihren Lebzeiten hatten sie Bettler reichlich beschenkt. Jetzt saß jeder von ihnen an seinen eigenen reichlich gedeckten Tisch und aß und trank. Aber auf dem Tisch des reichen Mannes befand sich nicht einmal eine trockene Brotrinde. Als er sah, dass er kein Auskommen hatte, bat er Gott, ihn nochmals auf die Erde zurückzulassen, damit er sich Brot und andere Wahrungsmittel verdienen und in den Himmel mitnehmen konnte. Gott ließ ihn ziehen. Als er sich wieder auf der Erde befand, grub er auf dem Friedhof eine tiefe Grube aus. Dann brachte er viele Fuhren Brot, Getränke und andere Nahrungsmittel herbei und verstaute alles in die Grube, die er geschaufelt hatte. Als er die vierte Fuhre zum Friedhof brachte, fiel ein kleiner Brotlaib aus dem Wagen und rollte in den Straßenschlamm. Der Reiche erblickte einen Bettler, der gerade vorbeiging. Er rief ihn herbei und schenkte ihm den Brotlaib. Danach verstarb er wieder. Man könnte denken, er werde jetzt alles in Fülle haben, aber auf seinem Tisch befand sich nichts anderes als nur ein Kleiner, im Schlamm beschmutzter Brotlaib, den er dem Bettler geschenkt hatte. Erst jetzt begriff er, was er hätte tun sollen, damit auch sein Tisch reichlich mit Speisen und Getränken gedeckt wäre. Wieder bat er Gott, ihn nochmals auf die Erde zu lassen, damit er noch etwas verdienen konnte, aber Gott ließ ihn nicht mehr zurück.

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