Gott Bestraft die Ungehorsamen

From Pasakas un teikas
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Comments: Es gibt auch ein Märchen, das dieser Sage ähnelt. Vgl. Nr. 5 aus Band X. P. Š.


Es geschah in alten Zeiten, als Gott noch auf der Erde wandelte. Einmal gingen drei Brüder, die sehr einträchtig zusammenlebten, die Landstraße entlang. Da sahen sie, dass ein Mann an der Wegkreuzung saß und weinte. Sie fragten ihn, warum er weine. Der Mann klagte, er habe auf der Straße das Unglück gefunden und können nun nicht anders als weinen. Da wollten die Brüder wissen, was für ein Unglück er denn gefunden habe. Da erzählte der Mann, dass er gegangen sei und einen großen Geldschrein auf der Straße gefunden habe. Das bedeute für einen Menschen das größte Unglück, deshalb wisse er auch nicht, wohin mit dem Schrein. Da lachten die Brüder und nannten den Fremden einen Dummkopf. Aber der Fremde behauptete noch weiter, dass sein Fund wahrhaftig ein Unglück sei und dass er nicht wisse, wohin damit.

Die Brüder sagten: "Wenn du nicht weißt, was du damit anfangen sollst, dann gib es doch uns, wir werden schon wissen, was wir mit dem Geld machen.“ Wohl versuchte der Fremde sie davon zu überzeugen, dass sie das Geld nicht nehmen sollten, da es Unglück bedeute, aber als die Brüder sich nicht überzeugen ließen und ihm nicht glauben wollten, übergab er ihnen den Geldschrein. Sie eilten damit fröhlich nach Hause. Zu Hause beschlossen sie, ihr Glück zuerst zu begießen, und schickten deshalb einen Bruder zum Wirtshaus, Branntwein zu holen. Der Bruder machte sich auf den Weg, aber unterwegs überlegte er, dass es doch viel besser wäre, wenn das Geld ihm allein gehören würde. Um das zu erreichen, mischte er dem Branntwein Gift bei in der Hoffnung, dass die Brüder davon sterben würden und er allein das Geld behalten werde. Gut.

Aber auch die beiden Brüder, die zu Hause geblieben waren, überlegten, dass es doch besser wäre, wenn sie das Geld unter sich allein teilen könnten. Sie beschlossen also, ihren Bruder, sobald er vom Wirtshaus heimkommen werde, zu erschlagen, um sich auch seinen Anteil anzueignen. Sie ergriffen jeder einen Stock, stellten sich an das Tor und warteten auf ihn. Als nun der Bruder heimkam, erschlugen sie ihn auf der Stelle. Jetzt beginnen sie das Geld unter sich zu verteilen und geraten wegen ein paar Groschen in Streit. Der Streit wird immer heftiger, die Brüder beginnen sich zu schlagen und schließlich erschlagen sie einander. Da kehrte auf ihren Hof derselbe alte Mann ein, der an der Wegkreuzung das Geld gefunden hatte, und machte die erschlagenen Brüder wieder lebendig. Da fragte er sie: "Nun, ist es nicht wahr, dass das Geld ein Unglück für die Menschen bedeutet?" "Ja, das ist wohl wahr," antworteten die Brüder wie aus einem Munde. Sie brachten das Geld zu der Wegkreuzung zurück, und der Alte, der, der liebe Gott selbst war, ging seines Weges. Aber seit der Zeit lebten die Brüder wieder einträchtig zusammen.

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