Die Erschaffung der Welt

From Pasakas un teikas
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Als die Welt noch nicht erschaffen war, flogen Gott und der Teufel in einer unendlichen Leere herum. Bei einem solchen Flug beschloss Gott die Welt zu erschaffen. "Höre, Teufel," sprach er, "du kannst schnell laufen. Fliege ganz tief hinunter — dort wirst du Staub und Kehricht finden, der von einem Wirbelwind gedreht wird. Bring mir eine Handvoll davon!" Der Teufel gehorchte und schoß hinunter. Obwohl er so schnell lief, wie ein Pfeil, verging dennoch geraume Zeit, bis er an die Stelle kam, an der der Staub gewirbelt wurde. Er begann danach zu schaffen und ergatterte auch eine Handvoll. Aber da wurde der Teufel auch schon misstrauisch und überlegte, was Gott wohl mit dem Staub anfangen wolle. Sicherheitshalber wollte er ein wenig davon auch für sich behalten. Aber da der Teufel keine Kleidung hatte, in der er den Staub hätte verstecken können, nahm er etwas davon in den Mund; Den Rest brachte er Gott. Er kehrte zu Gott zurück und schüttete ihm den Staub und den Kehricht in die Hand. Gott streute den Staub in den leeren Raum aus und sprach: "Mag alles wachsen und grünen!" Und siehe: sogleich erschien unter ihnen eine schöne, glatte, grüne Erde. Die Bäume wuchsen zusehends, die Blumen begannen zu blühen. Aber der Teufel spürte, dass es in seinem Munde auch zu quellen und zu wachsen begann. Wohl biss er die Zähne zusammen, aber das half alles nichts, dem in ihm quoll und wuchs es immer gewaltiger. Die Wangen des Teufels blähten sich auf wie Berge, und er wandte sich von Gott ab, damit er nicht sein Gesicht sah. Noch einen Augenblick konnte der Teufel den Mund zusammenpressen, aber dann war ging es los: Große Erdklumpen schossen aus seinem Mund hervor und fielen auf die neue Erde. Diese Erdklumpen, die der Teufel ausgespieen hat, sind noch heute überall auf der Erde verstreut zu sehen, und man nennt sie Berge.

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