Die Erschaffung der Welt

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Der Teufel als Herr der Finsternis konnte die Himmelslichter Gottes nicht leiden: Sonne, Mond und Sterne verbreiteten Licht und Leben, so dass Tiere und Menschen leben und Bäume und andere Pflanzen zur Nahrung der Tiere gedeihen konnten. In seiner Bosheit und in seinem Neid grübelte der Teufel nach, wie er diese Lichtspender vernichten könnte. Schließlich beschloss er, zuerst die Sterne zu vernichten. Sollte es ihm gelingen, so wollte er sich an den Mond und an die Sonne heranmachen. Nachts erhob er sich in die Luft und begann, die Sterne einzusammeln, denn er war überzeugt, dass Gott schlafe und deshalb seinen Unfug nicht bemerken werde. Der Teufel hatte schon eine Menge Sterne eingesammelt, als Gott plötzlich das Fenster öffnete, um die Welt zu betrachten. Da, wunderte er sich, als er sah, dass ein Teil der Luft zu Finsternis geworden war. Bald bemerkte er, dass der Teufel dabei war, die Sterne einzusammeln. Darüber wurde Gott sehr böse und schickte gleich Donner und Blitz aus, den Teufel für seinen Unfug zu bestrafen. Donner und Blitz setzten sich in ihren Wagen und fuhren mit einem solchen Lärm und Gedröhne durch die Luft davon, dass die Luft erzitterte und dass Feuer aus den Rädern schoss. Als der Teufel seine Verfolger erblickte, blieb ihm nichts anderes übrig, als die luftigen Höhen zu verlassen und in seine Behausung, die sich tief in der Erde befand, zu fliehen. Aber der Teufel konnte nicht so schnell laufen, wie Donner und Blitz die sich ihm schnell näherten, so dass zu befürchten war, dass sie ihn einholen würden, bevor er seine Behausung erreicht haben würde. Um schneller laufen zu können, warf der Teufel den Sack mit den eingesammelten Sternen von seinen Schultern ab, aber auch das half nichts: Der Blitz und der Donner kamen geschwind näher. Deshalb blieb dem Teufel nichts anderes mehr übrig, als aus der Höhe in einen See zu springen. Gleich waren auch der Blitz und der Donner zur Stelle und begannen den See so zu peitschen, sodass Wasserstrahlen hochschossen. Doch den Teufel, der auf dem Grund hockte, konnten sie nicht erreichen, weil der See tief war. Dennoch bekam der Teufel recht schmerzlich die Peitschenhiebe von Donner und Blitz zu spüren. Deshalb flehte er aus der Tiefe Donner und Blitz an, mit dem Peitschen aufzuhören und versprach ihnen, nie mehr Sterne zu stehlen. Als Blitz und Donner sahen, dass sie den Teufel auf dem Grund des Sees sowieso nicht erschlagen konnten, hörten sie auf, den See zu peitschen und gelobten, den Teufel für seine böse Tat ein andermal gehörig zu bestrafen. Sie fuhren zum Himmel zurück. Gott ersetzte die, vom Teufel gestohlenen Sterne durch Neue. Aber seit der Zeit wagte der Teufel nicht mehr, sich an die Himmelslichter heranzumachen, und vor Blitz und Donner fürchtet er sich sehr: sobald es zu donnern beginnt, ergreift er die Flucht und taucht auf den Grund des Sees.

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