Die Erschaffung der Welt

From Pasakas un teikas
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In uralten Zeiten, kurz nachdem Gott die Erde geschaffen hatte, war er selbst Herrscher über die Sonne, der Teufel dagegen herrschte über die Winde. Beide arbeiteten abwechselnd: Wenn Gott eine strahlende Sonne hinausschickte, verhielt sich der Teufel ruhig. Aber wenn Gott sich ruhig verhielt, hüllte sich der Teufel in dunkle Wolkentücher und schickte der Erde Regen. Aber bald wurde der Teufel übermütig: er schickte wilde Regengüsse und gewaltige Wirbelwinde, so dass große Flut die Erde überschwemmte und ein grauenhafter Sturm die lebendige Schöpfung zerstörte. Das gefiel Gott nicht. Er wollte dem Teufel verbieten, solchen Unfug zu treiben. Aber der Teufel wollte nichts davon hören. Aus Trotz richtete er nur noch mehr Unheil an.

Gott merkte, dass er so nichts ausrichten würde und dass ihm nichts anderes übrig blieb, als den vom Teufel geschickten Regen gar nicht zu beachten und dafür umso kräftigere Sonnenstrahlen zur Erde zu schicken. Aber auch der Teufel ließ sich nicht aus der Fassung bringen und trieb seinen Unfug wie vorher. Schließlich schickte Gott so kräftige und leuchtende Sonnenstrahlen zur Erde, dass die Augen des Teufels fast geblendet wurden; die Sonnenstrahlen drangen durch alle Regenwolken hindurch und ließen den Regenbogen entstehen. Da gab der Teufel sein Amt auf. Nur manchmal hüllt er sich noch bei heraufziehendem Gewitter in eine schwarze Wolke und rast über die Erde. Noch heute nennen alte Leute den Regenbogen das Streitzeichen. Wenn der Wirbelwind über die Felder rast, sagen sie, das sei der Ungute selbst.

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