Die Kühe des Teufels und die Kühe Gottes

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In alten Zeiten lebten nur Gott und der Teufel allein auf dieser Welt. Der Teufel hatte Kühe, die vom Grünspecht gehütet wurden. Alle Kühe des Teufels waren schwarz; sie hatten keine Hörner, und ihre Hufe, waren nicht gespalten, sondern so, wie bei den Pferden. Gott besaß keine Kühe, und er wollte dem Teufel welche abkaufen, aber der Teufel verkaufte ihm keine einzige Kuh. Als nun der Teufel ihm keine Kuh im guten verkaufte, beschloss Gott, mit List in den Besitz der Kühe zu gelangen. Er begann einen großen Stall zu bauen. Der Teufel kam herbei, wunderte sich und fragte: "Wozu baust du einen so großen Stall — du hast ja keine Kühe?" Da antwortete Gott: "Wenn ich erst einen Stall haben werde, dann werde ich auch das Vieh bekommen!"

An einem heißen Sommertag erschuf Gott Fliegen, Bremsen, Mücken und andere Stechfliegen und ließ sie auf die Kühe des Teufels los. Die Kühe begannen gleich zu biesen, aber der Grünspecht bemerkte es rechtzeitig und berichtete davon dem Teufel. Der Teufel fing alle Fliegen und Mücken ein, steckte sie in einen ledernen Sack, hing ihn an einen Espenbaum, der am Flussufer stand, auf und ging wieder davon. Gott aber befahl dem Krebs, den Sack aufzuschlitzen und die Fliegen und Mücken herauszulassen. Der Krebs führte den Befehl Gottes aus, und alle Mücken und Fliegen schwirrten aus dem Sack hervor und begannen die Kühe des Teufels wieder zu stechen. Die Kühe begannen zu biesen, und die Dzilna vermochte nicht mehr sie beisammen zu halten. Die biesenden Kühe des Teufels liefen schließlich in den Stall Gottes.

Gott hatte Sensen auf die Schwelle der Stalltür gelegt: darauf wurden nun die Hufe der Teufelskühe gespalten. Dann trieb er den Kühen Pflöcke in die Stirn, aus denen Hörner entstanden. Die Kühe strich er bunt an: braun, rot, weiß und bunt. Der Teufel aber folgte den Spuren der Kühe bis zum Stall Gottes und schrie: "Gib mir meine Kühe zurück!" Gott antwortete: "Komm, schau sie dir an und nimm sie, wenn du glaubst, dass das deine Kühe sind!" Der Teufel erkannte seine Kühe nicht mehr und zog gesenkten Kopfes davon. Vor Wut, dass der Grünspecht die Kühe nicht besser gehütet hatte, schlug er seinen Kopf blutig. Seit der Zeit hat der Grünspecht noch immer einen blutigen Hinterkopf, und sucht noch immer in den Wäldern nach den verschwundenen Kühen.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox