Die Kühe des Teufels und die Kühe Gottes

From Pasakas un teikas
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Comments: (Nachdem Gott Biesfliegen und Bremsen auf die Teufelskühe losgelassen hatte, biesten sie in den Stall Gottes).


(Der Teufel besaß Vieh, und der Grünspecht hatte sich bei ihm als Viehhüter verdingt. Gott wollte sich des Viehs des Teufels bemächtigen und erbaute Ställe.) Plötzlich kam der Teufel keuchend und prustend herbeigelaufen: "Warum baust du Ställe? Wozu brauchst du sie? Du hast ja doch kein Vieh!"

"Ach, was geht denn das dich an! Wenn ich Vieh nötig haben werde, dann werde ich es auch bekommen."

Am nächsten Tag legte Gott Sensen auf die Schwelle, besorgte eine Menge Pflöcke und Lindenbast, mischte Farben und ließ dann in der Mittagshitze Fliegen, Bremsen und Mücken los. Die schwärmten wie eine Wolke aus und brachten die Kühe des Teufels zum Biesen. Die Kühe des Teufels waren ganz schwarz. Sie hatten runde Hufe, aber keine Schwänze und keine Hörner. Der Grünspecht und der Buntspecht, die gaben sich alle Mühe, des Teufels Vieh zu hüten, aber sie konnten die biesenden Kühe nicht mehr zusammenhalten. Da wollten sie sich beim Teufel beklagen. Aber währenddessen biesten die Kühe in den Stall Gottes. Als sie über die Schwelle liefen, wurden ihre Hufen auf den Sensen gespalten. Da beeilte sich Gott, ihnen Pflöcke als Hörner in die Stirn zu schlagen. Er band ihnen Schwänze aus Lindenbast an und strich sie bunt an. Nicht lange, da war der Teufel zur Stelle. Missmutig fragte er Gott, ob seine Kühe vielleicht in dessen Stall gelaufen seien.

"Wie haben denn deine Kühe ausgesehen?" — So und so, und er möchte sie ihm zurückgeben. "Nun, wenn du solche, wie du sie beschrieben hast, hier finden kannst, so nimm sie nur gleich mit." Der Teufel durchsuchte alle Winkel, aber nein, das seien nicht seine Kühe: Sie hätten alle Pflöcke in der Stirn, Peitschen hinten und gespaltene Hufe. "Nun, was hatte ich dir gesagt! Wer weiß, wo deine Kühe biesend hingelaufen sind?"

Aber der Teufel hörte schon gar nicht mehr hin. Wütend lief er zu Grünspecht und Buntspecht, ergriff einen Stock und schlug sie damit auf den Kopf, wobei er schrie: "Was ist das für ein Hüten?" Als der Specht einen blutigen Kopf bekam, flog er ohne Gruß davon. Aber der Grünspecht, der Ärmste, hatte nicht einmal Zeit, das Blut abzuwischen: Er lief gleich auf die Suche nach den verlorenen Kühen und schrie: "Tprr! tprr! tprr!" So sucht er noch heute, und noch heute hat er einen roten Kopf.

Auch die Ziegen und die Schafe des Teufels liefen in den Stall zu den Kühen.

(Als der Teufel Gottes Stall betrat), streichelte er die Ziegen und sagte: "Sieht aus wie meine Ziege, hat aber gespaltene Hufe." Deshalb hat die Ziege noch heute an der Stelle, an der der Teufel sie gestreichelt hatte, schwarze Wangen. Nach Lielupis in Vecpiebalga. — L. P.

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