Die Kühe des Teufels und die Kühe Gottes

From Pasakas un teikas
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Früher hatte der Teufel sein eigenes Vieh, Gott wiederum das seine. Das Vieh des Teufels war hornlos und mit runden Hufen. Gott hatte gehörnte Rinder mit gespaltenen Hufen. Der Teufel hatte sein Vieh dem Grünspecht zum Hüten anvertraut. Doch war der Grünspecht beim Hüten des Viehs eines unseligen Tages eingeschlafen. Während der Grünspecht schlief, trieb Gott das Vieh in seinen Stall. Der Grünspecht erwachte und suchte überall nach dem verschwundenen Vieh — es war nirgends zu finden. Sie wandte sich an den Teufel, ihren Herrn, und klagte ihm ihren Kummer. Der Teufel half ihr beim Suchen: Aber alle Mühe und alles Suchen war vergeblich. Schließlich kam er auf den Gedanken, dass Gott sein Vieh in seinen Stall getrieben haben werde. Deshalb begab er sich geradeswegs zu Gott. Aber Gott hatte eine Sense auf die Schwelle seiner Stalltür befestigt, so dass die Kühe beim Betreten des Stalles ihre Hufe gespalten bekamen, und der Teufel erkannte sie nicht wieder. Gott hatte ihnen außerdem auch noch Pflöcke in die Stirn geschlagen. Als der Teufel sich im Stall Gottes umsah, konnte er keine einzige hornlose Kuh entdecken. Da fing der Teufel den Grünspecht ein, riss ihr die Kopfhaut ab und schickte die Ärmste los, noch weiter nach den Kühen zu suchen, indem er sie ermahnte, nicht eher zurückzukehren, als bis sie das Vieh gefunden habe. Deshalb hat der Grünspecht noch heute einen roten Hinterkopf. Unaufhörlich sucht sie nach dem Vieh des Teufels, indem sie es ruft und lockt.

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