Die Kühe des Teufels und die Kühe Gottes

From Pasakas un teikas
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Einmal lebten auf dieser Erde Gott und der Teufel. Der Teufel bearbeitete das Land, pflegte und zog Vieh auf, und auch Gott verrichtete die gleiche Arbeit und besaß ebenfalls Vieh. Der Teufel hatte einen Hirten, der sein Vieh hütete. Die Kühe des Teufels waren aber anders als die Kühe Gottes: Ihre Füße

waren wie Pferdefüße. Einmal hatte der Hirte nicht bemerkt, dass die Kühe des Teufels das Roggenfeld Gottes betreten hatten Gott fing sie ein, und machte sie seinen eigenen Kühen ähnlich. Als der Hirte bemerkte, dass die Kühe verschwunden waren, begann er gleich nach ihnen zu suchen, aber er konnte sie nirgends finden. Da kam auch der Teufel angelaufen und sah, dass sein Vieh verschwunden war. Er begann den Hirten zu prügeln, und wollte wissen, wo er das Vieh gelassen habe. Der Hirte weinte, wusste aber nicht zu sagen, wo die Kühe geblieben wären. Der Teufel verprügelte seinen Hirten ordentlich und schickte ihn dann in die Hölle, an dem Kessel zu arbeiten, in dem für alle Höllenbewohner gekocht wurde. Selbst aber eilte er zu Gott und wollte von ihm erfahren, wo seine Kühe geblieben seien. Gott empfahl dem Teufel, er solle selbst im Stall nachsehen: "Findest du deine Kühe, so kannst du sie gleich mitnehmen." Der Teufel betrat Gottes Stall und sah sich um: Seine Kühe konnte er nicht entdecken; Gott hatte sie alle verändert, und der Teufel erkannte sie nicht wieder. Nun, wandte er sich wieder an Gott und fragte ihn, wovon er jetzt leben sollte. Gott antwortete: "Beackere dein Land und säe Getreide aus!" Aber der Teufel sagte, er habe kein Saatgut, um seine Äcker besäen zu können. Gott gab ihm Hafer. Der Teufel nahm den Hafer und lief damit nach Hause. Um den Namen der Getreidesorte nicht zu vergessen, wiederholte er unterwegs immerzu: "Hafer, Ha­fer!" Unterwegs begegnete dem Teufel ein Engel Gottes und fragte ihn, was er da trage. Der Teufel antwortete, er trage Hafer, den Gott selbst ihm gegeben habe. Da, eilte der Engel zu Gott und fragte ihn, warum er dem Teufel so guten Hafer als Saatgut gegeben habe. Gott antwortete, er habe nicht gewusst, was er dem Teufel hätte geben können. Da sagte der Engel zu Gott, er werde dem Teufel den Hafer wegnehmen und dafür Distelsamen geben. "Nun, tu, was du willst," antwortete Gott darauf, und der Engel beeilte sich, um den Teufel einzuholen. Nicht weit vom Hof des Teufels holte der Engel ihn ein, und sagte, dass Gott ihm anderes Saatgut anstelle des Hafers geschickt habe. Der Teufel säte den Distelsamen aus, und die Disteln gediehen so prächtig, dass der Teufel es nicht schaffen konnte, sie abzumähen. Ein Bauer fing den Teufel ein und steckte ihn in den Sack, in dem er fast drei Jahre lang sitzen musste. Seine Disteln verbreiteten sich über die ganze Welt, und noch heute nennen sie die Leute die Teufelsdisteln.

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