Die Kühe des Teufels und die Kühe Gottes

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: Hier sind die Rollen Gottes und des Teufels vertauscht. P. Š.


Früher besaß Gott Kühe, der Teufel jedoch nicht. Einmal trieb Gott seine Kühe auf die Weide, wo sie grasen sollten, aber Bremsen, Biesfliegen und Mücken überfielen sie und begannen sie erbarmungslos zu stechen. Die Kühe konnten es nicht ertragen und fingen an zu biesen. Darüber wurde Gott sehr böse und steckte alle Fliegen, Bremsen und Mücken in einen Sack, der er an einen Espenbaum aufhing. Jetzt glaubte Gott, dass sein Vieh Ruhe bekommen werde. Der Teufel wiederum überlegte, wie er es anstellen könnte, dass die Kühe Gottes auf seine Felder biesen: Dann könnte er einen Teil als Pfand behalten. Denen, die er behalten wollte, würde er die Hufe spalten und Hörner in die Stirn treiben. Aber wie sollte er das erreichen. Selbst konnte er nicht auf die Espe klettern, an der der Sack mit den Fliegen und Mücken hing. Da überredete der Teufel den Krebs, auf den Baum zu klettern. Warum denn nicht? Nun gut, er solle hinaufklettern und den Sack aufschlitzen. Der Krebs tat es auch. Sobald der Sack aufgeschlitzt war, bieste das Vieh auf die Getreidefelder des Teufels. Nun trieb der Teufel das Vieh in seinen Stall. Vor dem Stall hatte er Sensen hingelegt. Als die Kühe darüber liefen, wurden ihre Hufe gespalten. Selbst trieb er den Kühen Hörner in die Stirn.

Als Gott bemerkte, dass alle Fliegen und Mücken frei herumschwirrten, ging er nachsehen, wer sie wohl losgelassen habe. Schon aus der Entfernung sah er, dass der Krebs gerade dabei war, den Baum hinunterzuklettern. Der Krebs kroch mit dem Hintern voran. Als Gott das sah, verdammte er den Krebs dazu, dass er künftig immer rückwärts kriechen müsse. Und so kriecht der Krebs noch heute — sobald jemand ihn ein wenig erschreckt — rückwärts. Nachdem Gott den Krebs verdammt hatte, begab er sich zum Teufel, um seine Kühe zurückzuholen. Aber der Teufel gab ihm nicht mehr als die Hälfte der Herde zurück. Die Kühe Gottes seien mit ungespaltenen Hufen und ohne Hörner, den Kühen des Teufels sind aber anstelle der eingerammten Pflöcke Hörner erwachsen; auch die auf den Sensen gespalteten Hufe sind noch heute gespalten.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox