Gott und der Teufel teilen die Ernte

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. Nr. 6 im Bd. XI(Märchen). P. Š.


Früher lebten nur Gott und Teufel auf dieser Welt. Als es Frühling wurde, da spannte Gott das Pferd vor den Pflug und pflügte sein Land um. Nachdem er das Land umgepflügt hatte streute er Saat aus. Der Teufel, der im Gebüsch Kühe hütete, hatte das alles beobachtet und dachte bei sich: "Was sind denn das für Scherze, die Gott da macht? Ich will jetzt jeden Tag vom Gebüsch aus beobachten, was daraus werden wird." Die Saat Gottes gedieh augenscheinlich. Unter den warmen Strahlen der Sonne wurde sie reif. Im Herbst kam Gott aufs Feld und mähte das Getreide ab. Während er noch beim Mähen war, kam der Teufel auf ihn zu und fragte ihn, was er da mache. "So und so, im Frühjahr habe ich gesät, jetzt mähe ich und bereite mir Brot für den Winter." Im nächsten Frühjahr gefiel es dem Teufel nicht mehr, Kühe zu hüten und er begab sich zu Gott, um gemeinsam mit ihm zu arbeiten. Der Teufel sprach zu Gott: "Dieses Jahr wollen wir wieder säen: ich will den Teil der Saat, der über der Erde ist, nimm du das, was unter der Erde ist. Gott überlegte ein Weilchen und setzte Kartoffeln. Im Herbst erntete der Teufel seinen Anteil — das Kartoffelkraut — und Gott seinen — die Kartoffeln. Im Winter aß der Teufel Kartoffelkraut und spie es wieder aus, Gott nährte sich von den Kartoffeln und pfiff fröhlich dabei.

Im nächsten Frühjahr sagte der Teufel zu Gott: "Diesmal will ich den Teil der Saat haben, der unter der Erde ist, und du kannst alles nehmen, was über der Erde ist. Gut. Gott überlegte ein Weilchen und säte Weizen aus. Im Herbst erntete jeder seinen Anteil. Im Winter hatte Gott jeden Tag Weißbrot, der Teufel musste vor Wut an den Stoppeln nagen.

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