Gott und der Teufel teilen die Ernte

From Pasakas un teikas
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In alter Zeit lebte in Zīles (Eichelhof) der Gemeinde Blīdene ein sehr schlauer und geschickter Bauer namens Pampis, den die Leute seiner Klugheit wegen den "klugen Pampis" nannten. Einmal hörte auch der Teufel von der großen Klugheit des Pampis, und, beschloss selbst zu prüfen, ob er wirklich so klug sei. Als der Teufel kam, um Pampis einen Besuch abzustatten, fand er ihn beim Weizenmähen auf dem Jāņu kalns (Johanniberg). Der Weizen war so prächtig gediehen, dass man kaum Platz für die vielen Weizenhocken auf dem Jāņu kalns finden konnte. Da dachte der Teufel bei sich: "Wenn ich einen solchen Weizenberg hätte, dann wäre ich wirklich ein reicher Teufel!" Deshalb sprach der Teufel Pampis sehr freundlich an: "Dieses Jahr hast du eine reiche Ernte, Nachbar, nun wirst du ja reich wie der Teufel werden!" "Ja," antwortete Pampis, "ich werde so viel Geld haben wie der Teufel Spreu!" Da dachte der Teufel: "Wäre es denn nicht möglich, den reichen Pampis anzuführen?" Deshalb sagte er: "Wenn du so reich wie der Teufel werden willst, so höre auf mich. Ich bin dein reichster Nachbar, der Teufel; ich wohne hier im Duģis-See, deshalb können wir als Nachbarn in Frieden und Eintracht leben. Im nächsten Frühjahr will ich dir helfen, den Jāņu kalns zu bearbeiten. Die Saat wollen wir im Herbst unter uns aufteilen: ich werde das Obere nehmen, nimm du das Untere; Dafür sollst du von mir einen Scheffel Gold bekommen." Pampis war damit einverstanden, und sie wurden sich einig. Als Handgeld gab der Teufel Pampis eine Mütze voll Geld. Dann verabschiedete er sich von Pampis: "Auf Wiedersehen!" Froh ging Pampis nach Hause. Zu Hause erzählte er seiner Frau von dem Vertrag mit dem Teufel. Die Frau war ganz ärgerlich und sagte, es könne nichts Gutes dabei herauskommen, wenn man sich mit dem Teufel einlasse. Aber Pampis antwortete: "Macht nichts Frauchen! Pampis war immer klug und wird es auch bleiben. Ein Scheffel Gold wird uns sehr nützlich sein. Im nächsten Frühjahr werde ich auf dem Berg keinen Weizen mehr aussäen, sondern Kartoffeln setzen: Mag dann der Teufel soviel Kartoffelkraut essen, wie er Lust hat!" Im nächsten Frühjahr, als Pampis dabei war, den Acker auf dem Jāņu kalns um zu pflügen, fand sich auch der Teufel ein und fragte Pampis, ob er noch zu ihrem Vertrag stehe. "Wie denn nicht!" Antwortete Pampis, "hilfst du mir beim Pflügen und gibst du mir den Scheffel Gold, so werde ich schon zu unserem Vertrag stehen." In der nächsten Nacht hatte der Teufel den Jāņu kalns umgepflügt. Als nun Pampis kam, um die Kartoffeln zu setzen, brachte der Teufel ihm das versprochene Geld. Er sah zu, wie. Pampis die Kartoffeln setzte und sagte: "Der zählt das schöne Saatgut wie der Jude die Läuse! Im Herbst holst du sie doch verfault aus der Erde!" Pampis aber lachte nur darüber. Im Herbst zur Rodezeit erntete Pampis so schöne Kartoffeln wie Äpfel, der Teufel aber musste sich mit dem vergilbten Kartoffelkraut zufrieden geben, wobei er die Schlauheit von Pampis verfluchte. Im nächsten Frühjahr machte er jedoch mit Pampis folgendes ab: "Pampis, ich werde dir zwei Scheffel Gold geben und dir helfen, den Jāņu kalns zu bearbeiten, aber dafür sollst du mir im Herbst das Untere von dem Ernteertrag geben und selbst das Obere behalten." Pampis war damit vollauf einverstanden, und sie blieben bei der Vereinbarung. Im nächsten Frühling pflügte der Teufel den Jāņu kalns frühzeitig um; Pampis kam mit seinem Saatkorb und säte Weizen aus. Im Herbst wogte das Weizenfeld und trug schwere Ähren. Als Pampis sich beeilte, den Weizen zu mähen, war auch der Teufel zur Stelle und mühte sich mit den Stoppeln ab, dass der Sand wirbelte. Als er aber sah, dass Pampis ihn zum zweiten Mal betrogen hatte, fluchte er wütend und verlangte von Pampis das Geld zurück, aber Pampis lachte nur darüber.

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