Per Teufel erschafft Wölfe

From Pasakas un teikas
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Gott hatte ein weißes, zottiges Hündchen. Der Teufel besaß keinen Hund. Da beschloss der Teufel, selbst, einen Hund zu machen, der aber noch schöner sein sollte als der Hund Gottes. Gedacht — getan. Ein Besenstiel diente (dem Hund) als Rückgrat, glühende Kohlen als Augen: bald war der Hund fertig. Aber zum Unglück rührte er sich nicht. Der Teufel versuchte dies und jenes, aber nichts zu machen: der Hund wollte nicht lebendig werden. Schließlich begab der Teufel sich zu Gott, um Rat zu holen. Gott belehrte den Teufel — er solle sagen: "Wolf: pack den Teufel!" Dann werde er schon lebendig werden. Jetzt hatte der Teufel einen guten Einfall. Er kehrte zu seinem Hund zurück und rief: "Wolf: pack Gott!" Aber der Hund rührt sich nicht. Der Teufel schilt, der Teufel flucht, aber der Hund bleibt leblos. Nun, schließlich will er doch noch einmal sein Glück versuchen und flüstert: "Wolf: pack den Teufel!" Da sprang der Hund sofort auf und dem Teufel an die Waden. Da erschrak der Teufel und ergriff die Flucht. Die Erdklumpen stoben nach allen Seiten. Wo sie hinfielen, dort entstanden Berge. Vorher hatte es keine Berge gegeben, denn Gott hatte die Erde schön und glatt erschaffen. Der Teufel lief und lief, bis er in einen großen Wald kam. Da verlor der Wolf seine Spur. Aber der Wolf sucht noch heute in den großen Wäldern nach dem Teufel. Und als Erinnerungsmahl aus der Zeit, da der Teufel ihn erschaffen hatte, hat der Wolf noch immer ein so steifes Rückgrat wie einen Besenstiel und so glühende Augen wie heiße Kohlen.

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