Gott und der Teufel erschaffen verschiedene

From Pasakas un teikas
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In einer einsamen kleinen Hütte lebte ein alter Witwer, dessen einziges Gut sein lahmes Pferdchen war, das auch noch Mucken hatte. Mit diesem Pferdchen war er unterwegs, um für sich selbst und für das Pferd Nahrung zu verdienen.

Als er eines Abends heimgekehrt war, brachte er das Pferd auf die nahe Wiese und wollte ihm Beinfesseln anlegen, aber sobald er sich bückte, drehte das Pferd ihm schnell sein Hinterteil zu und schlug aus. Da wurde das Männchen böse, schlug das Pferd mit der Fessel auf den Kopf und schrie: "Geh zum Teufel! Denkst du, ich werde dich noch anflehen müssen?"

Am nächsten Morgen suchte das Männchen sein Pferd. Er fand es, aber sobald er es abführen wollte, traten drei schwarzgekleidete Herren auf ihn zu und hinderten ihn daran. Der eine rief aus: "Erinnerst du dich denn nicht mehr an das, was du gestern selbst gesagt hast?" Jetzt begriff der Alte wohl, wie unbedacht er gestern gesprochen hatte, aber was sollte man machen — verschüttetes Wasser bleibt verschüttet. Der Alte kam vor Furcht fast um, als er merkte, dass die drei Herren Teufel waren, denn alle drei hatten einen Pferdefuß und einen Hahnenfuß. Als er einigermaßen wieder zu sich kam, fiel der Alte auf die Knie und bat sie, sich seiner zu erbarmen, denn sein Pferdchen sei sein einziges Gut. Das half. Die Teufel versprachen, das Pferd zurückzugeben, wenn der Alte sie in der kommenden Nacht gegen zwölf Uhr in seine Hütte zu einem Nachtmahl einladen wolle. Obwohl der Alte wusste, dass es ihm bei seiner Armut schwerfallen musste, versprach er, sein Bestes zu tun.

In der Nacht, als die Uhr zwölf schlug, kamen alle drei Teufel auf dem Pferd des Alten vor die Hütte geritten und riefen wie aus einem Munde: "Ist das Abendessen fertig?" Der Alte bat die Gäste herein und führte sie an den Tisch, auf dem eine Schüssel mit gekochten Erbsen dampfte. Als die Teufel die Erbsen bemerkten, rümpften sie nur die Nase und verlangten die, von ihnen gewünschten Leckerbissen.

Der erste verlangte einen Kübel Blut, der zweite einen Kübel Fleisch, der dritte ein Lof Mehl. Wenn er, das Gewünschte nicht herbeischaffen könne, würden sie ihn selbst verspeisen.

Als der Alte das hörte, fiel er auf die Knie, rief Gott an und bat ihn, sein Leben zu retten. Sogleich erschien in der Ecke ein kleines Männchen und sprach:

"Derjenige, der das Blut verlangt hat, soll sich in eine Wanze verwandeln, der andere, der das Fleisch verlangt hat, soll zu einem Kater werden, und der dritte, der das Mehl haben wollte, soll zu einer Maus werden."

Und augenblicklich verwandelten sich die Teufel in die Tiere, wozu Gott sie verurteilt hatte. Die Maus kroch sogleich unter die Bretter der Diele, die Wanze versteckte sich in der Wandritze und der Kater kletterte auf den Ofen.

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