Der Teufel versteckt das Feuer

From Pasakas un teikas
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Zu Beginn besaß Gott kein Feuer, aber der Teufel hatte es. Gott bat den Teufel wenigstens um ein Fünkchen, aber der Teufel wollte davon nichts hören. Als der Teufel aber merkte, dass Gott so sehr Feuer bekommen wollte, versteckte er es so, dass niemand außer ihm es finden konnte. Gott überlegte lange, wo der Teufel das Feuer versteckt haben mochte, dass es so gut wie spurlos verschwunden war. Aber der Teufel spottete nur: und wenn er auch tausend Jahre suche, das Feuer werde er nicht finden. Gott antwortete darauf: "Wenn ich nur will, so habe ich bereits morgen das Feuer gefunden!" Der Teufel aber rief ihm nach, er habe ja nur geprahlt. Da er jedoch seiner Sache nicht sicher war, wollte er sehen, was Gott machen werde. Er geht zu Gott und sieht: Gott ist gerade dabei, eine Sommerküche einzurichten

Da wunderte sich der Teufel und fragte Gott, was er denn mit einer Sommerküche machen wolle, wo er doch kein Feuer habe. Gott antwortete:

"Wenn ich meine Sommerküche fertig haben werde, dann werde ich auch Feuer haben." Der Teufel zog ab und dachte bei sich: "Soll er nur bauen, soll er nur bauen." Dann versteckte er das Feuer noch gründlicher.

Aber was tat Gott? Nachdem er die Sommerküche errichtet hatte, sammelte er viele reife Boviste und trug sie in die neu errichtete Sommerküche. Da begann er die Boviste mit zwei dicken Erlenstöcken zu schlagen, so dass der Sporenstaub aufwirbelte, der aus der Entfernung wie Rauch aussah.

Vorher hatte Gott schon einen Menschen in die Nähe der Behausung des Teufels geschickt, damit er belausche, was der Teufel beim Anblick des aufsteigenden Rauches aus der Sommerküche Gottes sagen werde. Gut! Als der Teufel den Rauch aus dem Schornstein Gottes aufsteigen sah, da glaubte er wirklich, dass Gott jetzt Feuer habe. Er begann sich zu wundern: "Nein, ist das nicht ein Schlaukopf! Ich habe das Feuer in Stein und Stahl versteckt, damit niemand es finden kann, aber er hat es doch aufgespürt!" Der Bote Gottes erzählte Gott, was er beim Teufel gehört hatte. Da ergriff Gott sogleich Stein und Stahl und schlug beide gegen einander: jetzt hatte er Feuer. Wie alle guten Dinge, die, er dem Teufel abgelistet hatte, übergab Gott auch das Feuer den Menschen. Der Teufel ärgerte über sich selbst, dass er das Feuer nicht geschickter versteckt hatte, aber es war nichts mehr zu machen — was Gott einmal in der Hand hatte, das war ihm nicht mehr zu entreißen. Das Feuer aber befindet sich noch immer im Stein und im Stahl — wo der Teufel es damals versteckt hatte.

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