Gott und der Teufel wollen einander erschrecken

From Pasakas un teikas
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Comments: Vgl. auch das 10. Märchen unter Nr. 4 aus dem Bd. XII P. Š.


Einmal waren Gott und der Teufel miteinander befreundet. Als sie eines Tages zusammen unterwegs waren, verspürten sie Hunger. Da stahlen sie einem Bauern ein prächtiges Kalb. Sie gingen in den Wald, um das Kalb zu kochen. Gott überlegte, wie er das Kalb für sich allein behalten könnte. Er dachte lange nach, dann sprach er zum Teufel: "Bleib du beim Kochen, ich will noch Beeren sammeln (oder auch: ich will noch Holz holen). Aber warte, bis ich zurück bin!" Gut. Der Teufel blieb am Kochtopf zurück, Gott dagegen ging Beeren sammeln. Als er sich ein Stück entfernt hatte, riss er einer Birke die Rinde ab. Er schlug mit der Rinde gegen die Stämme der Bäume und schrie dabei jämmerlich: "Schlag mich nicht, schlag mich nicht, ich bin nicht der Schuldige! Der andere hat das Kalb gestohlen!" Der Teufel hatte soeben eine Kalbsniere aus dem Kessel gefischt. Kaum hatte er seine Zähne in die Niere gegraben, da hörte er auch schon Gott jämmerlich schreien. Der Teufel dachte, der Bauer des gestohlenen Kalbes habe ihn erwischt und sei nun dabei, ihn zu verprügeln. Um seine Haut zu retten, lief er in eine andere Richtung in den Wald hinein. Kaum hatte er Zeit, die Niere in den Kochtopf zurückzuwerfen. Seit der Zeit sieht die Kalbsniere wie angebissen aus: man sieht noch die Spuren der Zähne des Teufels.

Als der Teufel fort war, kam Gott lachend aus dem Walde und aß das Kalb ganz allein auf.

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