Gott und der Teufel wollen einander erschrecken

From Pasakas un teikas
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Einmal in alten Zeiten haben Gott und der Teufel gemeinsam ein Kalb gestohlen. Sie brachten das Kalb gleich nach Hause und begannen es zu kochen. Der Teufel wollte das Kalb ganz allein aufessen, aber auch Gott wollte dasselbe. Was war nun zu tun? Schließlich sagte der Teufel zu Gott: "Wer von uns beiden sich als der Mutigere erweisen wird, dem soll das Kalb gehören." Gut!

Der Teufel sollte als erster Gott erschrecken. Gott setzte sich hin und schürte das Feuer unter dem Kochkessel, der Teufel dagegen lief in den Wald und begann dort herumzulaufen, aus vollem Halse zu schreien und Zweige zu brechen. Er ließ Wind brausen, der die Bäume bog, aber Gott saß nur ruhig und schürte das Feuer. Kurz darauf kehrte der Teufel zurück und fragte Gott:

"Nun, hast du dich erschrocken?"

"Keineswegs," antwortete Gott. Darüber war der Teufel sehr betrübt, aber was sollte man machen. Jetzt war Gott an der Reihe, den Teufel zu erschrecken. Er ging in den Wald, riss ein Stück Baumrinde ab, schlug darauf und rief: "Aua, aua! Schlag mich nicht, schlag mich nicht, ich bin nicht der Schuldige. Der Schuldige ist der, der dort am Feuer sitzt!"

Nachdem Gott sich in den Wald begeben hatte, um den Teufel zu erschrecken, hatte der Teufel die Nieren aus dem Kessel geholt und biss darauf herum. Aber sobald er das Schreien aus dem Walde vernahm, warf er die Nieren weg und ergriff die Flucht Gott kehrte zu dem Kessel zurück und sagte: "Steh auf!" Und das Kalb sprang sogleich heil und munter aus dem Kochkessel, nur die beiden Nieren waren angebissen. Und deshalb haben Kälber noch heute Nieren mit Bissspuren.

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