Gott und der Teufel ärgern einander

From Pasakas un teikas
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Früher wandelte Gott auf der Erde. An einen Samstagabend — betrat er die Hütte eines armen Mannes und bat den Armen ums Nachtlager. Ja, der Arme nahm ihn sogleich auf. Aber nicht weit von der Hütte des Armen lebte ein reicher Mann, der dazu noch ein gottloser Kerl war. Der Reiche hatte bemerkt, dass Gott die Hütte des Armen betreten hatte. Er kam gleich herbeigeeilt und lud Gott zu sich ein. Er habe ein weiches Lager und weiße Betttücher zu bieten, beim Armen werde er aber auf einer kahlen Pritsche liegen müssen. Gott aber folgte ihm nicht und sagte, er sei ja so zerlumpt und würde nur seine weißen Betttücher beschmutzen. Aber der Reiche wiederholte seine Bitte und sagte, er habe viele Kammern und er (Gott) werde in seinem Haus es gewiss viel besser haben, als in der verrauchten Hütte des Armen. Gott ging jedoch nicht und sagte, Gold und Silber würden ihm nur die Augen blenden. Da sagte der Reiche, deswegen solle er sich nicht sorgen: er könne ihm drei Brillen geben, denn er habe eine für draußen, eine für die Arbeit und dann auch noch eine Sonntagsbrille. Gott könne die Brille wählen, die er haben wolle, und dann könne er ja wohl nicht geblendet werden. Aber Gott ging nicht zu ihm. Der Arme briet in der Asche des Herdes Kartoffeln. Gott bat ihn, auch für ihn drei Kartoffeln zu braten. Der Arme gab Gott drei Kartoffeln. Als die Kartoffeln gar waren, holte der Arme sie aus der Asche, und Gott und er aßen sich satt. Als sie sich sattgegessen hatten, holte Gott seine drei Kartoffeln auch aus der Asche hervor. Die eine Kartoffel gab er dem Armen und sagte, er solle die Kartoffel an einem Platz verwahren, wo niemand sie anrühre. Nach drei Jahren solle er die Kartoffel holen, dann werde er sein Glück finden. Die andere Kartoffel gab Gott dem Reichen und ermahnte auch ihn, die Kartoffel drei Jahre lang gut aufzubewahren, denn in der Kartoffel werde sein Glück sein. Die dritte Kartoffel behielt Gott selbst. Als Gott die Kartoffeln verteilt hatte, kam auch der Teufel hinzu und wollte auch eine Kartoffel haben. Gott hatte jedoch keine Kartoffeln mehr, deshalb warf er dem Teufel ein Stück Salz in den Rachen. Der Teufel biss darauf herum, dass es nur so knackte, und wunderte sich, dass die Kartoffel beim Zerbeißen so knacke. Gott sagte, es sei deshalb, weil die Kartoffel ein wenig angekohlt sei. Nachdem alle gegessen hatten, forderte der Teufel Gott zu einer Spazierfahrt auf, um zu prüfen, wer von ihnen beiden stärker sei. Beide gingen hinaus. Der Teufel riss eine hohe Tanne mit allen Wurzeln aus und Gott setzte sich darauf. Der Teufel ergriff die Tanne am dicken Ende und rannte los. Nach einer Weile sagte Gott: "Komm und setz du dich auf die Tanne, ich werde dich ziehen!"

Der Teufel setzte sich auf die Tanne und Gott ergriff die Spitze des Wipfels, aber die Spitze riss ab. Der Teufel verlangte, Gott solle ihn spazieren fahren, aber Gott sagte, er habe keine Zeit mehr, da er zur Hochzeit der Sonnentochter gehen müsse. Gott begab sich zur Hochzeit der Sonnentochter, und der Teufel fuhr fort, auf der Tanne spazieren zu fahren. Er fahre noch heute spazieren.

Als die drei Jahre um waren, besah der Arme die Kartoffel und fand Gold und Silber vor. Der Arme wurde reich. Auch der Reiche betrachtete seine Kartoffel, aber er fand eine schwarze Schlange an der Stelle. Der Reiche begann zu siechen, und wurde zum Schluss ganz elend und arm.

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