Gott und der Teufel ärgern einander

From Pasakas un teikas
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Comments: Der Geldhügel ist noch heute an der Grenze von Roznēni in Vecpiebalga, nördlich vom Alauksts, zu sehen. Das Bett des Teufels befindet sich 200 Fuß von dem Geldhügel nach Osten hin und etwa 10 Fuß vom Ufer des Sees. Das so genannte Bett ist ein 7 Fuß langer und 4 Fuß breiter Stein. Von dem Bett des Teufels (dem genannten Stein) bis zur Mitte des Alauksts (etwa 1 km lang) erstreckt sich eine Schmale "Brücke" (flache Stelle) aus Steinen. Man kann auf ihr zu Fuß weit in den Alauksts hinausgehen. Das sei die unvollendete Brücke des Teufels. Die verstreuten Steine (die dritte Ladung) finde man an der Grenze zwischen Roznēni und Ragažas: drei Fuß tief in der Erde, dort könne man noch heute Stein neben Stein finden. L. P.


In alten Zeiten arbeitete Gott mit großem Fleiß: er rodete Wälder, er pflügte, säte und konnte dennoch nicht zu Geld kommen. Der Teufel hatte sein Bett auf dem See aufgeschlagen, damit er, sobald er erwachte, Waschwasser gleich zur Hand hatte. Er verbrachte fast den ganzen Tag im Bett und faulenzte nach Herzenslust, aber er hatte schon ein ordentliches Faß Geld zusammengespart, denn nachts war er auf Raub und Diebstahl aus.

Schließlich beschloss Gott, den Teufel anzuführen und ihm sein Geldfaß zu entwenden. Er gestattete dem Teufel, eine Brücke über den Alauksts (See in Livland) zu errichten, wenn er versprechen könne, es in einer einzigen Nacht bis zum Hahnenschrei zu schaffen. Das war dem Teufel sehr recht, denn er hatte ja schon einmal früher Gott gefragt, ob er ihm nicht erlauben könnte, eine Brücke über den Alauksts zu bauen. Damals hatte Gott es ihm nicht erlaubt, weil der Teufel gesagt hatte, dass nur neun die Brücke überqueren, werden, jeder zehnte aber ertrinken werde. Das missfiel Gott, und deshalb hatte er es dem Teufel damals nicht erlaubt. Aber jetzt bot Gott — so ein Wunder! — selbst dem Teufel an, die Brücke zu errichten. Der Teufel konnte es kaum begreifen. Aber Gott begriff es sehr wohl: er wollte in der Zeit, während der Teufel mit dem Brückenbau beschäftigt war, dessen Geldfass fortschaffen und danach auch das Errichten der Brücke verhindern.

Aber der Teufel war auch kein Dummkopf. Bevor er am Abend an die Arbeit ging, rollte er das Geldfass ans Ufer und schüttete noch eine Mütze voll Erde darüber, damit niemand es ihm wegnehmen konnte.

Was nun? Die Absicht Gottes war misslungen. Aber er begriff gleich, was er zu tun hatte. Er ließ in großer Eile auf dem Geldfasshügel Gras und Bäume wachsen und weckte dann den Hahn. Der Teufel arbeitete gerade im Schweiße seines Angesichts: Zwei Ladungen Steine hatte er bereits in den See geworfen. Als er die dritte herbeischleppte, krähte der Hahn. Nun rannte er so schnell er konnte. Aber in der großen Eile verlor er seinen Holzschuh, und die Steine rollten auf die Erde. Nichts zu machen: wenn nun auch aus der Brücke nichts geworden war, so musste man wenigstens das Geld retten. Aber er mochte hinsehen wie er wollte, das Geldfass konnte er nicht mehr erblicken. Dreimal lief er um den See herum, konnte es aber nicht finden, obwohl er die Stelle noch genau in Erinnerung hatte. Aber dort wuchsen Gras und Bäume — also konnte sie es nicht sein, es lohnte sich nicht, dort zu suchen. Und so verblieb es denn auch.

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