Gott und der Teufel ärgern einander

From Pasakas un teikas
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Es geschah noch zu der Zeit, als man keine Häuser mit Glasfenstern zu bauen wusste und die Leute mehr in Badstuben und Korn darren wohnten.

In der Korndarre eines Bauern hatte sich der Teufel niedergelassen. Die Leute konnten dort nicht mehr schlafen. Der Teufel zerrte sie an den Beinen und drohte, sie in den Darrofen zu werfen. So mussten die Menschen auf dem Stallboden schlafen.

Es war kalter Herbst. Die Leute verzehrten ihr Abendbrot auf dem Stallboden und sprachen dabei, wie schön es wäre, jetzt neben dem warmen Darrofen zu liegen. Da kam ein alter Mann herein. Er hatte graues Haar und einen grauen Bart. Der Alte bot guten Abend und bat um Abendbrot und Nachtlager. Der Bauer war ein gutmütiger Mann und sagte, er könne gern Abendbrot bekommen, aber schlafen müsse man auf dem kalten Stallboden. Der Alte sagte, er habe gesehen, dass im Darrofen Feuer brenne. Jetzt erzählte der Bauer, was es mit der Korndarre für eine Bewandtnis hatte. Da sagte der Alte, er wolle trotzdem in der Korndarre schlafen, der Teufel werde ihn schon in Ruhe lassen. Der Bauer wollte ihn für keinen Preis in die Korndarre lassen, aber als der Alte darauf bestand, gab er schließlich nach. Also ging der alte Mann allein zur Korndarre.

Zwei junge Burschen wollten sehen, wie der Alte mit dem Teufel fertig zu werden gedachte. Sie schlichen an die Korndarrentür und spähten durch die Ritze. Anfangs war alles still. Auf einmal bewegte sich etwas auf dem Darrofen. Die Korndarre wurde von einem roten Licht erfüllt, und der Teufel sprang vom Ofen herunter. Er trat an den Schläfer, weckte ihn und sagte ihm, er solle sich trollen, andernfalls werde er ihn in den Darrofen werfen. Der Alte lachte nur und sagte, er solle nicht so viel prahlen, sondern es tun. Da wurde der Teufel wild, packte den Alten am Bein und wollte ihn in den Darrofen werfen, konnte ihn aber nicht einmal bewegen.

Jetzt aber erhob sich Gott und packte den Teufel beim Schwanz. Der Teufel merkte, dass man mit ihm nicht scherzte und legte sich aufs Bitten. Aber der Alte, der Gott selbst war, hörte nicht auf ihn und warf ihn in den Ofen. Man hörte einen lauten Knall. Dichter Rauch breitete sich in der Korndarre aus. Als der Rauch sich verzogen hatte, stand Gott im Licht da. Dann erlosch das Licht und Gott legte sich schlafen. Erst jetzt begriffen die Burschen, wer der Alte war, und gingen mit Furcht im Herzen heim. Am nächsten Morgen bat der Alte den Bauer, ihn zu begleiten, er habe ihm etwas zu sagen. Gott erzählte dem Bauer, was geschehen war und sagte, er solle in die Korndarre gehen: was er dort finden werde, das solle ihm gehören. Der Bauer bedankte sich auf den Knien und eilte zur Korndarre. Dort fand er ein Säckchen mit Geld. Für dieses Geld erbaute er das erste Wohnhaus mit Fenstern, die zugeschoben werden konnten.

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