Gott und der Teufel ärgern einander

From Pasakas un teikas
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Einmal in alten Zeiten füllte Gott einen Teich mit klarem Wasser, damit die Kühe daraus trinken konnten. Eines Tages wurde der Teufel böse auf Gott und trank den ganzen Teich leer. Gott nahm den Teufel fest und warf ihn ins Gefängnis. Im ersten Jahr flehte der Teufel Gott an, ihn loszulassen, aber Gott ließ ihn nicht frei. Im zweiten Jahr bat der Teufel wieder, Gott möchte ihn freilassen, aber Gott ließ ihn nicht frei. Im dritten Jahr bat der Teufel nochmals Gott, ihn freizulassen. Nun, Gott füllte den Teich mit Bier und ließ den Teufel los. Der Teufel wollte sich an Gott rächen, deshalb trank er auch diesmal den Teich leer. Aber danach fiel der Teufel hin und konnte sich gar nicht mehr bewegen. Gott fesselte den Teufel und warf ihn wieder ins Gefängnis.

Im ersten Jahr bat der Teufel wieder Gott, ihn doch loszulassen, aber Gott ließ ihn nicht los. Im zweiten Jahr bat der Teufel auch, freigelassen zu werden. Gott ließ ihn wieder nicht frei. Dann überredete der Teufel neun kleine Teufelchen, seine Fesseln zu lösen. Die Teufelchen gingen gleich ans Werk, und drei Wochen später waren die Fesseln gefallen. Nun war der Teufel wieder frei. Als der Teufel freigeworden war, lief er überall auf der Erde umher, nahm Gottes Gestalt an und ermunterte die Menschen, Bier zu brauen. Als die Menschen das Bierbrauen erlernt hatten, brachte ihnen der Teufel das Bereiten von anderen berauschenden Getränken bei. Als drei Jahre um waren, begab sich Gott in das Gefängnis, um nach dem Teufel zu sehen. Aber welch eine Überraschung: der Teufel war nicht mehr da! Da eilte Gott sofort zur Erde hinunter, den Teufel zu suchen. Er kam auf den Hof eines armen Bauern und sagte, dass er Gott sei. Da sagte die Frau des Bauern, was er wohl für Gott sei, dass er seit drei Jahren die Leute nur zu schlechten Taten anhalte. Gott antwortete, das sei sicher der Teufel gewesen, der aus seinem Gefängnis entflohen sei. Nun eilte Gott zur Hölle, um den Teufel dort zu suchen, aber er fand ihn dort nicht, denn der Teufel, der gehört hatte, dass Gott ihn suche, war über neun Meere geflohen und hatte sich in einer Höhle versteckt. Da schickte Gott einen Bären los, den Teufel zu suchen. Der Bär fand die Höhle, kroch zu dem Teufel hinein und fragte ihn, warum er sich denn so lange vor Gott verberge. Er solle nur eine feste Schlinge drehen, dann brauche er vor Gott keine Angst zu haben. Der Teufel drehte einen Strick, bis er eine Schlinge fertig hatte. Der Bär verlangte, der Teufel solle ihr prüfen lassen, ob der Strick auch stark genug sei. Der Bär ergriff den Strick und riss ihn in zehn Stücke. Der Teufel drehte einen neuen Strick. Der Bär wollte wieder ausprobieren, ob der Strick halten werde. Wieder riss er ihn in zehn Stücke. Nun drehte der Teufel einen dritten Strick. Während der Teufel noch den Strick drehte, benachrichtigte der Bär Gott. Gott kam zu der Höhle und blieb draußen. Der Teufel hatte den dritten Strick gedreht. Diesmal konnte der Bär den Strick nicht durchreißen. Nun müsse man die Schlinge ausprobieren, meinte der Bär. Er warf dem Teufel die Schlinge um den Hals und gab das andere Ende des Strickes Gott in die Hand. Gott zog den Teufel aus der Höhle hervor. Fast war der Teufel schon draußen, da riss der Strick, und der Teufel, der nun zurückfiel, fiel gleich durch drei Erdreiche hindurch.

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