Gott tut den Menschen Gutes, der Teufel Schlechtes

From Pasakas un teikas
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Gott und der Teufel gingen die Landstraße entlang. Sie kamen an die Wegkreuzung und begegneten einem Waisenkind. Gott steckte das Kind in den Sack und lud sich den Sack auf den Rücken, der Teufel aber, der das Gebüsch durchstöberte, hatte es nicht bemerkt. Da sagte der Teufel: "Wir wollten zu einer Hochzeit gehen!" Gott antwortete: "Ich will nicht zur Hochzeit gehen, gehen wir lieber zu einem Leichenschmaus!" Gut. Sie kommen auf einen Bauernhof. Dort liegt ein alter Mann auf dem Sterbebett, der wissen möchte, wo er sein Geld begraben und wie er es verwünschen könne. Er meint: "Ich will hinausgehen, auf einen Baum Klettern und schreien. So hoch wie meine Stimme getragen wird, so tief soll mein Geld in die Erde versinken." "Gott sagt: "So nicht! Lieber so — wer hier neun Köpfe hinlegen wird, der soll das Geld nehmen können. Hörst du es?" Da hetzt der Teufel den Alten: "Menschenköpfe! Menschenköpfe!" "Nein," berichtigt Gott, "Hahnenköpfe! Hast du es gehört?" Fragte er noch und dachte dabei an das Kind. Da wunderte sich der Teufel: "Mit wem sprichst du denn da?" "Ach, nichts! Das ist nur so eine Angewohnheit von mir!" Antwortete Gott. So verbleibt es. Der Alte vergräbt das Geld in die Erde und stirbt. Sobald der Teufel sich dem Walde nähert, lässt Gott das Kind aus dem Sack. Als das Waisenkind herangewachsen ist, erinnert es sich daran, was es damals gehört hatte. Es legt 9 Hahnenköpfe auf die Erde und bekommt das vergrabene Geld.

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