Gott tut den Menschen Gutes, der Teufel Schlechtes

From Pasakas un teikas
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Ein Mann verbrachte sein Leben in Gottlosigkeit. Er ging nie in die Kirche, er betete nie, er stritt sich mit seinen Nachbarn und seinem Hausgesinde, er schimpfte und fluchte, wobei er oft den Namen des Teufels erwähnte, er trank in den Wirtshäusern, vollbrachte schlechte und sündhafte Taten, und jedermann wusste, dass er sich dem Teufel ganz und gar ergeben hatte.

Der Mann hatte einen Sohn, und auch der Sohn begann dem bösen Beispiel seines Vaters zu folgen. Aber Gott wollte ihn aus den Klauen des Teufels befreien, und so geschah es denn auch. Als der Sohn des bösen Mannes einmal allein auf der Wiese war und Gras mähte, kam ein alter Mann auf ihn zu und sprach ihn an:

"Lieber Sohn, du hast nun angefangen, genau so gottlos zu leben wie dein Vater, und auch du willst deine Seele dem Teufel verschreiben. Aber wenn du nur wüsstest, wie es deinem Vater nach seinem Tode ergehen wird, dann würde dich die Angst packen und du würdest nicht mehr in seine Fußstapfen wandeln."

"Wie kannst du es denn wissen, wie es meinem Vater nach seinem Tode ergehen wird," fragte der junge Bursche von oben herab.

"Das weiß ich ganz genau, deshalb bin ich gekommen, um dich zu belehren und aufzurütteln," antwortete der Alte, der der himmlische Vater selbst war. "Wenn du sehen möchtest, welchen Todes dein Vater sterben wird, so eile nach Hause, klettere auf den Hausboden und bohre in die Zimmerdecke ein Loch, durch das du in die Kammer deines Vaters schauen kannst. Bohre das Loch über dem Bett deines Vaters, in dem er jetzt liegt und in dem er bald sterben wird. Wenn du das Sterben deines Vaters gesehen haben wirst, so wirst du so erschrecken, dass du ein anderes Leben beginnen wirst, um nicht eines so furchtbaren Todes sterben zu müssen wie er."

Der Sohn tat nach dem Rat des Alten. Er eilte nach Hause, stieg auf den Hausboden und bohrte ein Loch in die Decke über dem Bett seines Vaters. Das, was er nun erblickte, als er durch das Loch in die Kammer hinabschaute, erschreckte ihn tatsächlich gewaltig: Sein Vater lag im Bett, an dem drei Teufel mit gespreizten Pranken standen, um in dem Augenblick seines Sterbens seine Seele zu ergreifen.

Auf einmal begann sein Vater zu jammern: "Ich ahne, welche ewige Qualen meine Seele zu erleiden haben wird! Ich habe zu gottlos gelebt, eine Umkehr ist nicht mehr möglich. Gott wird mich nicht mehr annehmen, denn ich habe dem Teufel gelebt und muss nun für den Teufel sterben. Könnte ich nur noch meinem Sohn den Rat geben, ein besseres Leben zu führen als ich es getan habe, um nicht eines so furchtbaren Todes zu sterben. Aber wenn er heimkommen wird, werde ich nicht mehr am Leben sein. Möchte Gott ihm gnädig sein!"

Der Sterbende röchelte laut, und in demselben Augenblick entfloh seine Seele aus seinem Munde. Einer der Teufel packte sie sogleich und eilte mit ihr davon. Der andere Teufel ergriff den toten Leib des Verstorbenen und eilte damit dem ersten Teufel nach; Der dritte Teufel aber legte sich in das Bett des Toten und nahm das Aussehen des verstorbenen Mannes an.

Der Sohn des Verstorbenen hatte das alles gesehen. Zitternd vor Angst kletterte er von dem Hausboden herunter und eilte zur Wiese, wo der Alte auf ihn wartete. Von Grauen geschüttelt erzählte er ihm alles, was er gesehen hatte und klagte darüber, dass er anstelle des Vaters nun einen Teufel begraben müsse.

"Damit du das nicht machen musst, will ich dir einen guten Rat geben," sagte der Alte. "Wenn du am Abend nach Hause gehst, so besorge dir unterwegs einen ordentlichen Ebereschenstock und prügele damit den Teufel, der im Bett deines Vaters liegt. Mag er jammern und flehen so viel er will, höre nicht eher auf mit dem Prügeln, als bis er dir versprochen hat, dir den Leib deinen toten Vaters zu bringen."

Der Sohn des verstorbenen Mannes befolgte den Rat des Alten und begann am Abend den Teufel, der im Bett seines Vaters lag, mit einem Ebereschenstock so zu prügeln, dass er fürchterlich zu schreien begann und den Sohn anflehte, ihn doch laufen zu lassen.

"Nicht eher, bis du mir versprochen hast, den Leichnam meines Vaters zu holen, den einer von euch weggebracht hat!," Antwortete der Prügler und prügelte nur weiter.

"Ich will es tun, ich will es tun, schlag mich nur nicht mehr!," Bat der Teufel.

Sobald er mit dem Prügeln aufhörte, fegte der Teufel wie ein Wirbelwind zur Tür hinaus. Kurz darauf war er mit dem Leichnam zurück, warf ihn ins Bett und ergriff wieder die Flucht.

Der Sohn bestattete seinen Vater wie es sich gehört. Da er das furchtbare Sterben seines Vaters gesehen hatte, begann er ein ehrliches Leben und wurde ein gottesfürchtiger Mann.

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