Der Mensch folgt Gott

From Pasakas un teikas
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In alter Zeit waren Gott und der Teufel gute Freunde. An einem schönen Nachmittag machten sie einen gemeinsamen Spaziergang. Sie sprachen über dies und jenes, bis der Teufel fragte, wie das wohl komme, dass er von den Menschen immer verflucht werde, selbst wenn er Gutes tue, Gott dagegen werde immer gelobt, möge er tun was er wolle. "Tu nur Gutes allein," antwortete Gott, "dann wird man dich auch loben!"

"Das wird nicht der Fall sein," behauptete der Teufel, "wir können es ja gleich ausprobieren. Siehst du, dort hütet ein Hirtenknabe sein Vieh. Geh hin und stoße eine der Kühe in den Sumpf, ich werde kommen und sie herausholen, dann werden wir ja hören, was der Hirte sagen und wie er sich bei mir für die Hilfe bedanken wird." Gott war damit einverstanden. Ohne dass der Hirte es sah, stieß er eine Kuh in den Sumpf. Aber der Hirte bemerkte bald das Fehlen der Kuh, und als er sie im Morast erblickte, rief er aus: "Der verfluchte Teufel! Er hat dich dort hineingeritten!" Der Hirte mühte sich ab, die Kuh herauszuholen, aber vergeblich. Da ging der Teufel ihm zu Hilfe. Er packte die Kuh beim Schwanz und zog sie aus dem Morast. Da rief der Hirte freudig aus: "Dank sei Gottchen, nun ist die Kuh wieder raus!" "Nun, hast du es gehört?" rief der Teufel Gott zu: "Du hast Schlechtes getan, ich Gutes, du erntest Dank, ich Flüche." Sie waren noch nicht weit gekommen, als sich ein Wirbelwind erhob, der die Erbsenhocken eines Bauern umwerfen wollte. Dem Teufel gelang es, sie festzuhalten, dem Wirbelwind gelang es nur, wenige Erbsen zu verstreuen. Aber da eilte auch schon der Bauer herbei und rief aus: "Hat der Teufel schon wieder die Erbsen verstreut?" — "Nun, willst du immer noch nicht glauben, dass ich so viel Gutes tun kann wie ich nur will, dennoch wird von mir nur alles Schlechte angenommen. Was auch und von wem es auch angerichtet wird — immer hat der Teufel die Schuld!"

"Ja, wie soll man dir auch danken, wie soll man deine Taten als gut ansehen, wenn du selber ein Bösewicht bist. Und wenn du einmal auch etwas Gutes tust, so tust du es doch nicht in guter Absicht."

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