Der Mensch folgt Gott

From Pasakas un teikas
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Comments: Eine ganz ähnliche Sage hat der Volkskundlichen Sammelstelle auch noch Fr. Krēsliņš aus Beļava und Vecgulbene, K. Actiņš aus Jaungulbene und B. Zariņa aus Lielvārde zugesandt. P. Š.


Eines schönen Tages gingen Gott und der Teufel spazieren. Sie plauderten über dies und jenes. Da rief der Teufel aus: "Warum sind nur alle so böse zu mir?" Er könne so viel Gutes tun wie er nur wolle, dennoch verfluche man ihn immer. Gott dagegen könne tun was er wolle, er werde immer gelobt. Da rief Gott dem Teufel, nur Gutes zu tun, dann werde man ihn gewiss nicht verfluchen. Der Teufel aber meinte, das glaube er nicht, sie könnten es ja ausprobieren. Der Teufel führte Gott zu einer Viehherde und sagte: "Stoße eine Kuh in den Sumpf! Ich werde sie wieder herausholen. Dann werden wir ja sehen, wem der Hirte danken wird — dir oder mir, und wen er verfluchen wird — dich oder mich." Gott befolgte den Rat des Teufels. Ohne dass der Hirte es sah, stieß er eine der Kühe in den Morast. Als der Hirte bemerkte, dass ihm eine Kuh fehlte, ließ er die anderen allein und lief, sie zu suchen, wobei er schimpfte: "Wo mag der Teufel nur die Kuh hingeritten haben!" Als er dann die Kuh im Morast erblickte, rief er aus:

"Lieber Gott, komm zu Hilfe! Der Teufel hat meine Kuh in den Morast geritten." "Hörst du?" Sagte der Teufel zu Gott. Dann, packte er die Kuh beim Schwanz und zog sie aus dem Morast. Der Hirte freute sich, faltete die Hände und sagte: "Ich danke dir, lieber Gott, ohne deine Hilfe hätte ich es nicht geschafft!" Da rief der Teufel Gott zu: "Hatte ich es dir nicht gesagt? Du hast Böses getan, aber dir dankte man, ich habe Gutes getan, mich hat man verflucht!"

Sie waren noch nicht sehr weit gegangen, als sich ein Wirbelsturm erhob, der die Kleehocken eines Bauern in den See werfen wollte. Aber der Teufel eilte herbei und konnte es noch verhindern. Der Wirbelsturm vermochte nur etwas Klee zu verstreuen. Aber als der Bauer herbeigeeilt kam, ärgerte er sich, dass der Teufel seinen Klee verstreut habe.

"Nun, hatte ich es dir nicht gesagt? Ich kann so viel Gutes tun wie ich nur will, die anderen können Schlechtes tun, aber mir wird immer die Schuld angelastet," meinte der Teufel ganz betrübt. "Wie soll man auch deine Taten als gut ansehen, wenn du selbst böse bist und das Schlechte viel öfter tust als das Gute?" Fragte Gott.

Da wurde der Teufel zornig und gelobte, nie mehr Gutes zu tun. Und so ist es verblieben: wo er nur kann, da tut er Böses.

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