Sonne, Mond und Regenbogen

From Pasakas un teikas
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In uralten Zeiten nahm sich die liebe Sonne den leuchtenden Mond zum Manne. Lange lebten sie glücklich und unzertrennlich — zur gleichen Zeit standen sie auf, auch bekamen sie viele Kinder, die Sterne an Himmel. Aber eines schönen Morgens erwachte die Sonne und bemerkte — ihr Mann war fort. Sie passte auf ihn auf, indem sie morgens früher als bisher aufstand, und fand — der Mond war treulos geworden, hatte sich in eine Sonnentochter, die Verlobte des Morgensterns, verliebt. (In einer anderen Var. heißt es, der Mond habe sich in Austra, die Morgenröte verguckt.) Der Sonne entbrannte das Herz, sie ergriff an scharfes Schwert und zerhieb den traulosen Mann in Stücke. (Nach einer anderen Var. schnitt die Sonne den traulosen Mond mit einer silbernen Peitsche durch.) Daher erscheint der Mond noch heute oft nicht heil, sondern wie durchgeschnitten. Doch seit der Zeit ist und bleibt der Mond ein Tunichtgut: jeden. Abend, sobald seine Frau sich hingelegt hat, erhebt er sich heimlich und geht, nach seiner Geliebten zu schauen. Die Sonne dagegen bemüht sich aus Eifersucht in der Nähe ihrer Tochter zu bleiben.

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