Sonne, Mond und Regenbogen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

In alten Zeiten lag einmal eine riesengroße Schlange auf einem großen Hümpel ausgestreckt und zitterte vor Kälte. Zuletzt schalt sie die Sonne: "Sonne, alle wärmst du, nur mich nicht." Die Sonne erwiderte: "Du selbst bist voller Kälte, und dann wartest, du auf mich, dass ich dich wärme, wie ein kleines Kind. Wer ließ dich ein solcher Eisklotz werden?" Die Schlange geriet über diese Worte in gewaltigen Grimm und eilte sogleich zum Ältesten der Zauberer, um sich über die Sonne zu beschweren. Unterwegs aber traf sie ein Unglück — sie sah, wie man eine Leiche vorbeiführte, und konnte sich nicht mehr von der Stelle rühren. Zum Glück begegnete ihr bald darauf ein Mensch, da kam die Schlange wieder frei, eilte zum Ältesten der Zauberer und sprach: "Nimm dein Kriegsheer und geh, die Sonne zu bestrafen, denn sie hat ihren Hass auf mich geworfen."

Da versammelte sich ein großer Haufen Zauberer und begann mit der Sonne einen Kampf. Anfangs hatte sie es schwer, die Zauberer gewannen die überhand, dann aber rief sie den Mond zu Hilfe. Der Mond rüstete sich sogleich. Nun erhob sich ein gewaltiges Ringen: die Arme der Zauberer fuhren wie Peitschen durch die Luft und die Köpfe der Zauberer stoben nach allen Seiten. Die Sonne und der Mond hatten gesiegt. Beim Scheiden aber bat der Mond als Entgelt für seinen Liebesdienst die Sonne, dass sie ihm ihre Tochter zum Weibe gebe.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox