Sonne, Mond und Regenbogen

From Pasakas un teikas
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Es war ein wunderschöner Abend. An jenem Abend badete ein Mädchen im See. Es war gottesfürchtig und unschuldig. Auf einmal bemerkte der Mond das schöne Mädchen, das im Wasser schwamm. Sogleich erschien er am Himmel und kletterte immer höher, um die Schönheit des Mädchens betrachten zu können. Nicht lange, da hatte der Mond sich in das Mädchen verliebt und forderte es auf, zu ihm zu kommen. Das Mädchen folgte gern seiner Aufforderung. Nun lebte es dort oben in Glück und Freuden. Nur eines beklagte sie: gern hätte sie von ihrem Glück anderen Mädchen erzählt oder eine von ihnen zu sich gebeten. Aber das war ganz unmöglich, denn man konnte kein Mädchen finden, das so tugendhaft gewesen wäre wie sie selbst: wenigstens eine kleine Sünde haftete jeder anderen an.

Als sie das bedachte, verdeckte sie vor Trauer ihr Gesicht mit ihrer Schürze und weinte bitterlich. Das gefiel dem Mond nicht und er versuchte sie zu trösten: "Weine nicht, vielleicht wird sich noch eine finden."

Da enthüllte das Mädchen sein Gesicht und hielt wieder Ausschau nach einer Kameradin. Aber woher sollte sie eine bekommen. Wieder begann sie zu weinen. Und wieder tröstete der Mond sie "Weine nicht, es wird sich schon noch eine finden!"

Dasselbe wiederholt sich noch heute: bald enthüllt sie ihr Gesicht, bald verhüllt sie es wieder.

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