Der Wind und der Frost

From Pasakas un teikas
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Der Frost und der Wind stritten miteinander: wer der stärkste von beiden sei? Ein Bauer ging vorbei und rief ihnen zu: "Gott helfe!" Jetzt stritten die beiden noch heftiger: der eine sagte, der Gruß habe ihm gegolten, der andere behauptete, er sei gegrüßt worden. Um den Streit entscheiden zu können, fragten sie den Bauer, wen er gegrüßt habe. Er habe den Wind gegrüßt. "Siehst du!," Rief der Wind aus, "mich hat er gegrüßt, weil ich stärker bin als du!" Jetzt war der Frost wütend auf den Bauern und überfiel sein Gerstenfeld. Der Bauer war sehr betrübt, als er das sah: seine Hoffnungen auf eine gute Ernte wurden vernichtet. Aber der Wind tröstete ihn: es werde noch alles gut werden, er solle sich beruhigen. Ein warmer Südwind wehte über das Gerstenfeld des Bauern und berieselte es mit mildem Regen. Die Gerste erholte sich und gedieh prächtig. Aber der Frost gab noch nicht auf: er bestimmte, dass der Bauer nur soviel Lof Gerste beim Dreschen bekommen sollte, soviel Fuhren er einfahren werde. Der Wind aber gab dem Bauer einen guten Rat: er solle ein kleines Wägelchen bauen und mit dem die Gerste einfahren. Der Bauer befolgte den Rat des Windes und wurde reich, aber der Frost musste zugeben, dass der Wind stärker war als er.

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