Der Wind und der Frost

From Pasakas un teikas
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Das war nicht diesmal, das war ein andermal. Es lebten damals ein alter Mann und seine Frau. Sie hatten viele Kinder. Einmal hatte der Alte die Badstube geheizt und war gerade dabei, sich zu waschen. Sobald der Alte aber angefangen hatte, sich mit dem Badequast zu beklopfen, da war auch der Lauskis (der Frost) zur Stelle und schlug mit seiner Axt gegen die Balken. Der Alte hörte eine Weile zu und rief dann, er solle das lassen. Aber der Lauskis dachte gar nicht daran, auf ihn zu hören. Der Alte ertrug es noch eine Weile, aber dann eilte er hinaus und wollte den Lauskis packen. Der Lauskis, floh, doch er verfolgte ihn, und schließlich hatte er ihn eingeholt. Nun prügelte er ihn so lange mit dem Besen, bis der Lauskis zu flehen begann, er möchte ihn doch nicht mehr schlagen. Doch der Alte hörte nicht auf ihn und prügelte nur weiter. Da bat der Lauskis ganz flehentlich: "Schlage mich nicht mehr. Ich werde es nie wieder tun. Wenn du mich nur loslassen willst, so werde ich dir eine kleine Mühle geben: sobald du sie drehen wirst, wirst du einen Pfannkuchen bekommen." Nun gut, der Alte ließ ihn los. Lauskis gab ihm gleich die Mühle und begab sich davon. Als der Alte nach Hause kam, erzählte er nichts von der Mühle. Am nächsten Morgen stand er auf, wusch sich, sprach ein Gebet, hieß die Kinder, sich an den Tisch zu setzen, setzte sich selbst auch hin und begann die Mühle zu drehen. Bei jedem Umdrehen fiel ein Pfannkuchen heraus. Die Kinder machten sich über die Pfannkuchen her. Bald waren sie satt. Seit der Zeit fehlte es dem Alten nie an Pfannkuchen, und so konnte er alle seine Verwandten und alle Freunde mit Pfannkuchen bewirten.

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