Der Wind und der Frost

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Comments: Die Zauberer verwandeln sich oft in Wirbelstürme, darüber wird es noch einige Sagen geben. P. Š.


In alter Zeit hat viel öfters als jetzt der Wirbelwind getobt. Den Wirbelwind betrachtete man als einen bösen Geist. Vor etwa fünfzig Jahren (so erzählt Mutter Ulšteiniene im Armenhaus von Tukums) tobte ein furchtbarer Wirbelsturm, schwarz wie die Nacht. Als er auf den Tukums-See kam, drehte er eine hohe Wassersäule und trug sie eine weite Strecke jenseits des Sees. Da brach der Wirbelsturm in den Wald der Preußenberge ein: der Wald wurde zerstört; man sah nur noch umgeworfene und abgebrochene Stämme. Einmal packte der Wirbelwind die Viļņu Made. Sie lag zwei Tage krank danach. Wenn man sich rechtzeitig bekreuzige, dann gehe der Wirbelsturm an einem vorbei. Der Wirbelsturm sei lebendig — er habe auch Blut in seiner Mitte. Manchmal seien Gebete und Bekreuzigungen von keinem Nutzen, dann müsse man ein Ding, am besten eine Axt, nach dem Wirbelwind werfen. Wenn es gelinge, den Wirbelsturm ins Herz zu treffen, dann löse er sich gleich auf, die Axt aber falle blutig zu Boden.

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