Die Mutter der Gewässer

From Pasakas un teikas
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Am Flussufer saßen mehrere Kinder. Müde vom Laufen, hockten sie beisammen und erzählten Märchen. "Seht, dort auf der Wiese läuft ein kleines Pferdchen umher", rief eines der Kinder aus. Die Kinder liefen zu dem Pferdchen hin und begannen mit ihm zu scherzen. Das Tier war sehr sanft, und bald darauf saß der mutigste Junge auf seinem Rücken. Das Pferdchen trabte auf den Wiese herum, schließlich blieb es stehen. Zum Schluss hatten sich alle neun Jungen aufs Pferd gesetzt — es war ein Wunder, denn, sie hatten alle Platz auf dem Rücken des kleinen Pferdes. Mit jedem hinzugekommenen Reiter streckte sich das Tier und wurde länger. Als alle Kinder auf seinem Rücken saßen und scherzten und lachten, trabte das Pferdchen zum Fluss. Die Großmutter mit der kleinen Lotte an der Hand kam ihnen entgegen. Lotte verwunderte sich, klatschte in die Hände und rief: "Herr Jesus, was für ein langes Pferd!" In demselben Augenblick verschwand das Pferd, und alle Jungen purzelten ins Gras. Aus dem Wasser hörte man höhnisches Gelächter und die Wellen bewegten sich erregt. Die Großmutter schalt die Kinder aus, die in ihrem Übermut sich auf ein fremdes Pferd gesetzt hatten, wobei sie sagte: "Das Pferd war die Wasserjungfrau selbst, die euch alle ins Wasser gebracht und ertränkt hätte, hätte Lotte nicht den Namen Jesu angerufen, der die Macht hat, alle bösen Geister zu vertreiben."

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