Die Mutter der Gewässer

From Pasakas un teikas
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Ein armer Mann musste das Wasser stets aus der Quelle holen, denn einen Brunnen gab es nicht in der Nähe. Eines Tages wurde dem armen Mann ein Sohn geboren. Der Alte ging an die Quelle und sagte betrübt: "Was soll ich nur meinem Sohn zu essen geben?" Da kam ein Geist aus der Quelle emporgetaucht und sprach: "So oft du aus der Quelle Wasser schöpfen wirst, so oft wirst du Geld in deinem Krug finden, aber dafür musst du mir deinen Sohn geben". Damit war der alte Mann einverstanden. Der Geist bestimmte auch den Tag, an dem er ihm seinen Sohn bringen sollte. Die vereinbarte Zeit kam heran, und der Vater brachte seinen Sohn dem Wassergeist. Unterwegs kehrten sie in einen Krug ein, in dem sich gerade Zigeuner befanden. Einer der Zigeuner fragte den Vater, wohin er den Jungen bringe. Der Alte erzählte ihm die ganze Geschichte. Da sagte der Zigeuner, er solle ihn zum Wassergeist mitnehmen. Dem Alten war es recht. Als der Alte zusammen mit dem Zigeuner und seinem Sohn an die Quelle kam, sprang aus dem Wasser der Geist hervor, der den Zigeuner packte und ihn ins Wasser zog. Das Wasser reichte dem Zigeuner bis zur Brust, aber er sagte noch immer nichts. Der Geist zog ihn langsam immer tiefer, und nun reichte ihm das Wasser schon bis zum Hals. Da begann der Zigeuner zu schreien und den Geist mit der Peitsche zu Prügeln: "Gott, Jesus, steht mir bei! Gott, Jesus, steht mir bei!" Auf einmal war der Geist verschwunden, und seit der Zeit hat er sich nie mehr gezeigt.

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