Die Wald-Mutter

From Pasakas un teikas
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Comments: Das scheint die Sage von Jānis Krēsliņš zu sein. P. Š.


In uralten Zeiten stand auf dem Gipfel eines Berges ein hoher Lindenbaum mit einer dichten Laubkrone. Alte Leute brachten an diese Stelle Opfergaben für die Waldmutter. Die Waldmutter lebte in der Höhlung der Linde und war eine sehr schöne Frau, die ein Blumenkleid trug. Aber man konnte sie nur selten zu sehen bekommen. Um Mitternacht, als alle Menschen ruhig schliefen, versammelte die Waldmutter alle Tiere und Vögel um sich und ließ sie singen und fröhlich sein. Sie gab einem jeden von ihnen Arbeit und bestimmte sein Schicksal. Bevor ein Jäger auf die Jagd ging, brachte er der Waldmutter Opfergaben. Nahm die Waldmutter seine Opfergabe jedoch nicht an, so konnte der Jäger von früh bis späte durch den Wald streifen, ohne auch nur eine alte Krähe, geschweige denn ein anderes Tier erlegen zu können. Erblickte der Jäger auch ein Tier, so konnte er ihm nicht beikommen, denn die Waldmutter hatte sein Opfer nicht angenommen. Die Zeit verging. Eines Tages fällten die Menschen die große Linde. Sie trugen sie nicht fort, sondern ließen den Stamm auf dem Berg liegen. Da machten sich alle Tiere und alle Vögel an die Arbeit, um aus dem Lindenstamm eine Kirche zu erbauen. Nach kurzer Zeit war die Kirche fertig. Als die Leute sie entdeckten, begannen sie die Kirche zu besuchen, aber das gefiel weder der Waldmutter noch den Tieren und Vögeln. Sie beschlossen, die Kirche zu zerstören. Gedacht, getan. Nach kurzer Zeit war die Kirche verschwunden. Die Waldmutter zog mit ihren Tieren an einen anderen Ort, aber den Wolf, den Bären und den Fuchs ermahnte sie, die Felder der Menschen zu zerstören und die Schafe aus ihren Ställen zu stehlen. Deshalb tun die Tiere es noch heute. Die Waldmutter selbst hat sich nicht mehr sehen lassen.

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