Die Wald-Mutter

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Comments: Es scheint sich hier um die Waldmutter zu handeln, obwohl von Geistern die Rede ist. Lerchis-Puškaitis hat eine Sage aus Cīrava, die wahrscheinlich von M. Freimane aufgeschrieben wurde, aufgenommen, in der die sog. Ceru māte (Staudenmutter) erwähnt wird. Da es mir nicht gelungen ist, in Cīrava etwas über eine Staudenmutter zu erfahren, scheint die Sage nicht zuverlässig zu sein. S. Einleitung S. 130. Genau so wenig können wir an die von Stern aufgeschriebne Sage (Pagalms, 1881, 23. LP, VII, 1, 357, 5), in der "Pērkons" zwei "Priesterinnen" des lettischen Altertums verteidigt, die in einem "heiligen Hain" gelebt haben sollen, glauben. P. Š.


In der Gemeinde Dzērve an der Grenze von Apriķi befindet sich ein schöner Birkenhain mit einer Quelle. Diesen Hain nennt man Ilmade. In alter Zeit, als es noch Bücher mit weißen Buchstaben auf schwarzen Seiten gab, pflegten sich einige Leute aus Dzērve in dem Hain zu versammeln und dort mit den Geistern zu reden. Jene Männer und Frauen, die sich damals im Ilmade-Hain versammelten, durfte niemand weder mit Worten noch mit Taten beleidigen, andernfalls bestraften die Ilmade-Geister die Schuldigen mit Krankheiten oder sie ängstigten und quälten sie auf andere Weise. Wenn jemand aus Unwissenheit oder auf unwürdige Weise in den Ilmade-Hain gelangte, kehrte er nicht mehr bei vollem Verstande heim: die Geister hatten sich an ihm gerächt. Ein Bauernsohn, der seine Viehherde in der Nähe des Ilmade-Haines hütete, hatte sich sorglos hingelegt und war dabei eingeschlafen, mochte das Vieh gehen wohin es wollte. Unglücklicher Weise zerstreuten sich die Rinder, die ohne Aufsicht geblieben waren, und einige verirrten sich in den Ilmade-Hain und begannen dort zu grasen. Darüber wurden die Geister mächtig zornig. Als der Hirte wieder erwachte und nach seinem Vieh zu suchen begann, lockten die Geister ihn auf verschlungenen Pfaden in den Ilmade-Hain. Er hörte das Vieh brüllen, sah es aber nicht. Schließlich hörte er das Rattern von Wagenrädern, begleitet von Schellengeläute. Ein Herr kam in einer Kalesche herbeigefahren, die von vier Rappen gezogen wurde, und forderte den Jungen mit barscher Stimme auf, sich zu ihm zu setzen. Der Junge sagte weder ja noch nein, sondern ergriff die Flucht, um aus dem Hain herauszukommen. Am nächsten Tag fand man ihn auf der Landstraße liegen, er hatte den Verstand verloren. So hatten sich die Geister von Ilmade an ihm gerächt.

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