Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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In der Gemeinde Odziena in Livland, auf dem Salači-Hof, lebte ein Bauer, der einen Hausgeist hatte. In einem kleinen Anbau befand sich ein Häuflein Asche und ein Häuflein Heu. An dieser Stelle mussten die Mägde seit jäher nach dem Wäsche Waschen Aschenlauge ausschütten, das hatte der Bauer so bestimmt. Sobald ein neues Gericht gekocht worden war oder eine neue Arbeit begonnen werden sollte, eilte der alte Bauer selbst in den Anbau und brachte dem Hausgeist das beste Stück essen und auch vom besten Getränk; erst dann durften die anderen ans Essen gehen.

Aber nach einiger Zeit verstarb der alte Bauer. Seine Tochter rüstete zur Hochzeit. Der Bräutigam als zukünftiger Bauer betrat mit seinen Freunden den Anbau, in dem der Hausgeist verehrt wurde, trat mit dem Fuß auf das Aschenhäuflein, trampelte darauf und rief: "Da hast du es, du Hausgeist des Salači-Hofes, da hast du es! Du kannst lange warten, dass auch ich dich verehren würde!" Aber siehe da, am nächsten Tag oder auch ein paar Tage später verspürte der junge Bauer große Schmerzen in seinem Bein. Er schrie und jammerte, dass man es gar nicht hören mochte. Man fuhr von einem Beschwörer zum anderen, ach, diese Sorgen! Niemand konnte das Bein heilen. Die Leute aber redeten, der Hausgeist habe dem jungen Bauern das Unglück geschickt, weil er ihn beleidigt hatte.

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