Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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Eine Bäuerin hatte einen Hausgeist, und sie verehrte ihn. Eines Tages bekam sie eine Schwiegertochter. Die Schwiegermutter führte die Schwiegertochter — wie es üblich ist — durch das ganze Haus, um ihr das neue Heim zu zeigen. Schließlich kamen beide auch zu der Herdstelle. "Jetzt will ich dir zeigen, Schwiegertöchterchen," sagte die alte Bäuerin, "wie man das Feuer unterm Kessel anmacht." Die Schwiegertochter war flink dabei, brach Spanholz durch, zündete es an und schob es unter den Kessel. Aber die Schwiegermutter sagte: "Nein, nein, nicht so, mein Schwiegertöchterchen, lass mich es machen." Sie zündete Holzspäne an, legte sie unter den Kessel und sagte: "Sieh her, Schwiegertöchterchen, so wird es gemacht!" Sie beschäftigte sich lange mit dem Feuer und plötzlich stieß sie — wie unbeabsichtigt — ein brennendes Spanholz an das Haar der Schwiegertochter. "Oh, Gottchen, oh, Gottchen!" Rief die Schwiegertochter aus, "mein Haar wird noch verbrennen!" Aber die Schwiegermutter tröstete sie: "Weine nicht, Schwiegertöchterchen, weine nicht, das ist mir aus Versehen passiert!" Aber die Bäuerin, ihre Schwiegermutter, hatte es mit Absicht getan: der Hausgeist sollte mit dem Geruch der jungen Bäuerin vertraut werden.

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