Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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Auf einem Bauernhof in Vijciems befand sich eine kleine, schiefgewordene Klete (Vorratshaus), in der, der Bauer dem Gottchen opferte, weshalb man sie auch Gottchens Klete nannte. Der alte Bauer verstarb und hinterließ seinen Hof seinem Sohn. Der Sohn wusste jedoch nicht, dass sein Vater in der kleinen Klete das Gottchen bewirtet hatte. Sie gefiel ihm nicht und er hieß den Knecht, sie niederzureißen. Der Knecht kletterte auf das Dach und begann das Stroh abzureißen. Aber kaum hatte er mit dem Abreißen begonnen, da wurde er verrückt. So kam es, dass man damals die Klete stehen ließ. Der junge Bauer verbrachte auf dem Hof sein Leben und hinterließ ihn seinem Sohn. Die kleine Klete stand noch immer. Eines Tages beschloss auch der jetzige junge Bauer, die alte Klete abzureißen — was solle man eine solche Vogelscheuche vor den Augen haben. Er befahl seinem Knecht, die Klete niederzureißen. Der Knecht ahnte nichts Böses und ging an die Arbeit, aber kaum hatte er damit angefangen, da wurde auch er verrückt. Da merkte der Bauer wohl, dass es eine Bewandtnis mit der Klete haben musste und ließ sie stehen. Als er starb, hinterließ er den Hof seinem Sohn, und die Klete stand noch immer. Der junge Bauer befahl eines Tages seinem Knecht, die kleine Klete niederzureißen. Der Knecht ging an die Arbeit und wurde verrückt. Jetzt weiß ich nicht, ob die Klete noch steht oder nicht.

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