Der Haus-Herr

From Pasakas un teikas
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Eines-Tages weideten die Hirten von fünf Bauern des Dorfes Visukoks (Gemeinde Alsviķi) ihr Vieh am Ufer der Mellupe. (upe= Fluß) Fünf Mädchen sammelten sich um den Opferstein und setzten sich hin, um ihr Frühstück zu verzehren. Als sie damit fertig waren, sagte die eine: "Wollen wir die Götterchen auch bewirten, wollen wir ihnen den Rest unseres Frühstücks geben." Die übrigen Mädchen waren einverstanden, und so schütteten, alle fünf die Überbleibsel ihres Frühstücks in die Höhlung des Steins, indem sie sagten: "Esst, ihr Götterchen, was unser ist, ist euer." Als die Mädchen am folgenden Tage wieder zum Stein kamen, sahen sie, dass die Götterchen alle Speise, die sie ihnen Tags zuvor hingelegt hatten, bei Nacht verzehrt hatten. Auch heute gaben sie deshalb jede den Götterchen ihr Teil, und so ging es den ganzen Sommer fort. Aber dann kam der Winter, wo die Mädchen nicht mehr das Vieh auf die Weide trieben und auch nicht mehr den Götterchenn opfern konnten. Allein es ließ innen keine Ruhe, dass die Götterchen ohne ihr Opfer blieben. Sie besprachen sich miteinander, nahmen ihr Essen und begaben sich zum Opferstein. Aber Schnee und Eis hatten die Höhlung des Opfersteins gefüllt, deshalb beschlossen die Mädchen, ihr Opfer unter dem Stein zu vergraben. Sie gruben und mühten sich ab, aber der Schnee war tief und der Boden gefroren. Sie konnten daher den Götterchen ihr gewohntes Opfer nicht geben und kehrten betrübt heim. Seit dem war allen fünfen der Verstand verwirrt. Die Götterchen, erzürnt, dass sie nicht ihr Teil bekamen, hatten sie mit Wahnsinn geschlagen. Tag und Nacht redeten und begehrten sie nichts anderes als zum großen Stein zu gehen und den Götterchen zu opfern. Sobald eine von innen frei wurde, lief sie sofort hinaus in die Kälte und rief: "Wir müssen zu den Götterchenn!" Die Mädchen wären wohl zeitlebens nicht geheilt worden, wenn man nicht eine alte weise Frau aus dem Dorf Pērkoni schleunigst zu Hilfe gerufen hätte. Nur mit großen Opfern an Butter, Milch, Fleisch und anderen Dingen gelang es ihr, die Götterchen zu beschwichtigen und die Mädchen zu befreien. Seitdem gehen weder Hirten noch Nachthüter je wieder zum Opferstein, um dort Frühstück zu halten.

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